Kalayci: Diskussion um Impfpflicht noch verfrüht

Kalayci: Diskussion um Impfpflicht noch verfrüht

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sieht den Zeitpunkt für eine Impfpflicht-Debatte in der Pandemie noch nicht gekommen.

Dilek Kalayci

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Dilek Kalayci (SPD) spricht bei einer Pressekonferenz des Berliner Senats.

«Diese Diskussion ist noch verfrüht», sagte sie am Mittwochmorgen (14. Juli 2021) im rbb-Inforadio. Dennoch sei die Impfquote in Berlin mit momentan fast 43 Prozent nicht hoch genug. «Zugegeben: Es reicht noch nicht», sagte Kalayci im Radio-Interview.
Ihr Ziel sei es deshalb, Menschen mit kreativen und neuen Wegen anzusprechen. Ab Samstag können sich zum Beispiel Menschen auf dem Parkplatz einer Ikea-Filiale in Lichtenberg impfen lassen. Auch auf dem Hermannplatz in Neukölln solle es bald ein Impfangebot geben. Das sei erstmal der Anfang, sagte Kalayci. «Wir gehen auch andere kreative Wege. Wir wollen eine lange Nacht des Impfens in der Arena machen. Auch gemeinsam mit der Clubszene. Und wollen direkt auch jüngere Menschen ansprechen.» Junge Leute über 18 werde ihre Behörde deshalb auch anschreiben.
Bei Senioren sei die Berliner Impfkampagne dagegen sehr erfolgreich gewesen. Hier lägen die Raten der vollständig Geimpften bei 76 Prozent. Das Robert Koch-Institut empfiehlt Raten von 85 Prozent für die 12- bis 59-Jährigen. Bei Menschen über 60 Jahren seien Quoten von 90 Prozent wünschenswert.
Ob sie sich aber eine Impfpflicht bei Beschäftigten im Gesundheitswesen vorstellen könne? Das sei ein sensibler Bereich, sagte Kalayci. Gerade wenn vulnerable Menschen dort behandelt und betreut würden, sei es nicht unwichtig, ob Arzt oder Pflegekraft geimpft seien. «Aber von den Krankenhäusern wird mir eine sehr hohe Impfbereitschaft und Impfquote signalisiert.» In Pflegeeinrichtungen könne es beim Personal möglicherweise aber noch Lücken geben. Kalayci appellierte deshalb an Verbände und Einrichtungen und riet Beschäftigten: «Wenn Sie sich noch nicht haben impfen lassen, dann sollten Sie es wirklich jetzt dringend tun.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 14. Juli 2021 12:40 Uhr

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