Mittelstufenklassen kommen: Tests werden verpflichtend

Mittelstufenklassen kommen: Tests werden verpflichtend

In vielen Berliner Schulen wird es ab heute (19. April 2021) wieder voller. Die 7. bis 9. Klassen kommen trotz anhaltender Corona-Pandemie zurück in den Wechselunterricht. Sie werden also in geteilten Lerngruppen abwechselnd in der Schule und mit Hilfe von Laptop oder Computer zu Hause unterrichtet.

Ein Klassenraum

© dpa

Ein leerer Klassenraum.

Die übrigen Jahrgänge haben mit dem Wechselunterricht nach Ende der Osterferien bereits eine Woche zuvor begonnen. Die Abiturienten dagegen haben in Berlin inzwischen keinen Unterricht mehr, sie kommen nur noch für Klausuren und Prüfungen in die Schule.

Kritiker plädieren für reinen Distanzunterricht

Präsenzpflicht gibt es für sämtliche Jahrgänge nicht, die Schülerinnen und Schüler müssen nicht am Unterricht im Klassenzimmer teilnehmen. Zwar ist im Schnitt beim Wechselunterricht ohnehin nur die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in den Schulräumen anwesend. Vielen Kritikern geht aber auch das zu weit. Sie plädieren für reinen Distanzunterricht, weil sich dadurch das Infektionsrisiko minimieren lasse.

Zwei Tests pro Woche verpflichtend

Um Infektionen in den Schulen schneller zu erkennen, sind Corona-Tests ab Montag zweimal in der Woche verpflichtend. «Wir sehen das sehr positiv, auch bei uns im Kollegium, weil es unserer Sicherheit dient», sagte die Vorsitzende des Interessenverbands Berliner Schulleitungen (IBS), Astrid-Sabine Busse, der Deutschen Presse-Agentur. Zwar hätten Kinder im Infektionsfall meist nur schwache Symptome. Aber bei den Lehrkräften sei das Risiko für schwerere Krankheitsverläufe deutlich höher, sagte Busse, die selbst Leiterin einer Grundschule in Neukölln ist.
Allerdings gab es auch deutliche Kritik an der Entscheidung der Bildungsverwaltung: Bereits in der vergangenen Woche bezeichnete die Vereinigung der Oberstudiendirektoren des Landes Berlin die Vorgaben als praxisfern und sprach sich gegen Selbsttests in der Schule aus. Die Bildungsgewerkschaft GEW verlangte unterstützendes Personal. Die Vorsitzenden aller zwölf Bezirkselternausschüsse forderten in einem offenen Brief an Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bei den Tests mehr Handlungsspielräume für die Schulen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 19. April 2021 07:58 Uhr

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