LSB-Chef Härtel: 33 000 Mitglieder verloren

LSB-Chef Härtel: 33 000 Mitglieder verloren

Der Berliner Breitensport liegt auch nach der aktuellen Änderung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung fast vollständig auf Eis. «Wir haben rund 33 000 Mitglieder verloren. Das ist ein Minus von fünf Prozent. Das stimmt mich natürlich traurig, zumal der prozentual größte Austritt bei Kindern und Jugendlichen zu verzeichnen ist», sagte Thomas Härtel, der Präsident des Landesportbundes Berlin, dem «Tagesspiegel» (Dienstag) zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Der ehemalige Berliner Sport-Staatssekretär betonte: «Ich denke, dass der Sport mehr Freiheiten bekommen sollte.»

Thomas Härtel

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Thomas Härtel, Präsident des Landessportbundes Berlin, spricht.

«Unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen kann das Risiko von Ansteckungen sehr stark reduziert werden. Die Sportvereine in Berlin und in Deutschland haben sehr viel für den Infektionsschutz getan», erklärte Härtel (69): «Wenn all das keinen Wert hat, dann hat man das Gefühl, dass diese ganze Arbeit für den Papierkorb war. Der Unmut aus dem Sport wird jedenfalls immer größer.»
Besonders bitter sei, dass auch der Behinderten- und Rehabilitationssport nur sehr eingeschränkt stattfindet. «Das ist alles nicht schön, und trotzdem muss man bilanzieren, dass fünf Prozent Austritte unter diesen Umständen im Verhältnis wenig sind», sagte Härtel. «Aber klar ist auch, dass sich das sehr schnell ändern kann, wenn der Sport nicht wiederbelebt wird.»
Bisher hat der Berliner Senat in der Corona-Krise sechs Millionen Euro für den Breiten- und zwei Millionen Euro für die Proficlubs zur Verfügung gestellt. «Dafür sind wir sehr dankbar. Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass aktuell durch diese Hilfsmittel keine existenziellen Sorgen bei den Vereinen herrschen», sagte Härtel: «Dennoch haben die Vereine in Berlin insgesamt im Jahr 2020 Verluste in Höhe von rund zehn Millionen Euro gemacht, also mehr als bislang Hilfen zugesagt und ausgezahlt worden sind. Aber auch diesbezüglich ist uns von der Verwaltung schon zugesagt worden, dass die Hilfen erhöht werden. Das ist auch weiter nötig.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 30. März 2021 10:40 Uhr

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