50Hertz: Müssen Zubau bei Windenergie fast verdoppeln

50Hertz: Müssen Zubau bei Windenergie fast verdoppeln

Der Chef des ostdeutschen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, Stefan Kapferer, hat erneut deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Windenergie gefordert. Um die Unternehmensziele, aber auch die Klimaziele des Bundes zu erreichen, müsse sich der Zubau von Windkraftanlagen im eigenen Netzgebiet nahezu verdoppeln, sagte er am Freitag bei der Vorstellung der 50Hertz-Jahresbilanz in Berlin. Knapp 430 Megawatt sind demnach im ostdeutschen Übertragungsgebiet im Jahr 2020 hinzugekommen. In Spitzenjahren wie 2016 und 2017 waren es hingegen jeweils mehr als 1000 Megawatt. «Und wir brauchen etwa 700 Megawatt jährlichen Zubau», sagte Kapferer.

50Hertz mit neuer Strategie

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Eine Windenergieanlage.

Bei Photovoltaik-Anlagen sieht es hingegen besser aus. Hier sind im vergangenen Jahr laut 50Hertz rund 1350 Megawatt Leistung hinzugekommen, was 1,35 Gigawatt entspricht. «Im Durchschnitt müssten wir im Jahr 1,5 Gigawatt zubauen - passt, kriegen wir hin», sagte Kapferer.
50Hertz ist für die Übertragung des Stroms in den ostdeutschen Bundesländern verantwortlich. Das Unternehmen hatte im vergangenen Sommer angekündigt, bis zum Jahr 2032 die gesamte Stromnachfrage im eigenen Versorgungsgebiet mit erneuerbaren Energien abdecken zu wollen. Im vergangenen Jahr lag der Anteil erneuerbarer Energien bei 62 Prozent. Der überwiegende Teil davon stammt aus Wind und Sonne.
Allein in diesem Jahr will 50Hertz deshalb 860 Millionen Euro in Netzprojekte investieren - nach 716 Millionen Euro im Jahr 2020. Rund 4,7 Milliarden Euro sollen es bis 2025 sein. Größere Projekte sind vor allem in der Ostsee geplant, wo 50Hertz eng mit dem dänischen Übertragungsnetzbetreiber Energinet zusammenarbeitet.
So eröffneten sie im Oktober eine neuartige Stromverbindung zwischen Dänemark und Deutschland in der Ostsee, die zugleich zwei Windparks miteinander verbindet. Auf der Insel Bornholm soll zudem ein weiterer Interkonnektor entstehen, über den Strom aus den umliegenden Offshore-Windparks auf See eingespeist und in die jeweiligen Netze der beiden Länder weitergeleitet werden soll.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. März 2021 11:48 Uhr

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