Analyse: Überschuldung der Berliner weiter zurückgegangen

Analyse: Überschuldung der Berliner weiter zurückgegangen

In Berlin können rund 366 000 Menschen ihre Rechnungen auf Dauer nicht vollständig bezahlen. Das entspräche zwar knapp jedem achten Erwachsenen, ist nach Daten der Auskunftei Creditreform aber der niedrigste Stand seit 2011.

Schuldner-Atlas

© dpa

Eine Brille liegt über dem Schuldneratlas für Deutschland in einem Konferenzraum der Creditreform.

In Berlin sank die Übeschuldungsquote demnach bis zum Stichtag im Oktober sogar stärker als im Bundesdurchschnitt. «Damit hat die Corona-Pandemie bislang kaum negative Auswirkungen auf die Überschuldungssituation der privaten Verbraucher», folgerte das Unternehmen. Die Krise schlage auf Arbeitsplätze und Einkommen bislang kaum durch.
Bei 164 000 Betroffenen sprechen die Fachleute von weichen Überschuldungsfällen. Sie sind noch von einer Privatinsolvenz entfernt, haben aber schon mehrmals vergebliche Mahnungen erhalten. Am weitesten verbreitet sind Zahlungsprobleme von Verbrauchern im Bezirk Spandau, am wenigsten in Steglitz-Zehlendorf. Neukölln konnte verglichen mit dem Vorjahr den starksten Rückgang verbuchen.
Wer in die Privatinsolvenz geht, kann seit Januar schon nach drei statt bisher sechs Jahren eine Restschuldbefreiung erlangen. Fachleute gehen davon aus, dass ein Teil der Betroffenen deshalb mit einem Antrag abwartet und in Kürze die Zahl der Verfahren zunimmt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 2. März 2021 15:39 Uhr

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