Linke und Grüne beklagen Rassismus im Alltag

Linke und Grüne beklagen Rassismus im Alltag

Die Berliner Linken-Fraktionschefin Anne Helm hat alltäglichen Rassismus und dahinterstehende rechte Ideologien beklagt. «Hanau war und ist kein Einzelfall! Rassismus ist für viele Menschen an der Tagesordnung», sagte Helm am Donnerstag in einer Debatte des Abgeordnetenhauses zum ersten Jahrestag des rassistisch motivierten Mordanschlags im hessischen Hanau. Auf rechte Terroranschläge werde mit Entsetzen reagiert. «Auf Aufklärung wartet man hingegen vergebens.» Auch in Hanau hätten Sicherheitsbehörden versagt.

Anne Helm (Die Linke)

© dpa

Anne Helm, Fraktionsvorsitzende von Die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus.

Helm weiter: «Wir müssen endlich verstehen, dass Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus und völkische Ideologien nicht im luftleeren Raum existieren und Rechtsterroristen keine Einzeltäter sind, sondern diese menschenverachtenden Ideologien in Foren im Internet wachsen, einen Nährboden in der Gesellschaft haben und weiter wachsen und sich ausbreiten werden, wenn es keinen massiven Gegenwind gibt.»
Es sei die Aufgabe aller, diesen Ideologien entschlossen entgegenzutreten. Denn: «Migrant:innen, ihre Kinder und Enkel sind Teil unserer Gesellschaft und gehören in unsere Mitte.»
Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek sagte: «Unser Rechtsstaat krankt in dem Moment, in dem er nicht alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen schützt. Und mich macht das wütend.» Weder der Anschlag in Hanau noch die rechte Anschlagsserie in Neukölln seien aufgeklärt.
«Rassismus betrifft uns alle. Es muss immer widersprochen und eingeschritten werden, wenn jemand rassistisch angegriffen oder beleidigt wird», so Kapek. «Der Kampf gegen Rassismus darf nicht denen überlassen werden, die ihn erleiden.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. Februar 2021 11:47 Uhr

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