Beauftragte fordert mehr Unterstützung für Flüchtlingskinder

Beauftragte fordert mehr Unterstützung für Flüchtlingskinder

Berlins Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial fordert mehr Unterstützung beim Lernen zu Hause für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien. «Ich halte es für dringend notwendig, dass geflüchteten Schülerinnen und Schülern der Zugang zur Notbetreuung ermöglicht wird, wenn die Situation in den Unterkünften das digitale Lernen behindert», erklärte sie am Mittwoch. Zudem seien Konzepte nötig, wie Lerndefizite nach Öffnung der derzeit wegen Corona geschlossenen Schulen und einer Rückkehr zum Präsenzunterricht nachgeholt werden könnten. Nötig seien dazu neben den gut angenommenen Ferienschulen zusätzliche Lernangebote.

Katarina Niewiedzial

© dpa

Die Berliner Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial schaut in die Kamera.

Für geflüchtete Schüler in Gemeinschaftsunterkünften - laut Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) handelt es sich um 3500 bis 4000 - seien die Anforderungen des Homeschooling kaum zu bewältigen, so Niewiedzial. «Neben der beengten Wohnsituation leiden sie unter fehlender technischer Ausstattung und mangelnder fachlicher Begleitung. Sie sind zudem besonderem psychischen Stress ausgesetzt.» In den Unterkünften fehlten nicht nur geeignete Orte zum Lernen, sondern auch Rechner, Druck- und Scanmöglichkeiten.
Ein Sprecher der Bildungsverwaltung verwies darauf, dass der Senat diese Problematik durchaus im Blick habe. Deshalb gebe es auch für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien zusätzliche Förderangebote, darunter in der Notbetreuung an Schulen. Auch die Winterferienschule stehe ihnen offen, zudem sei ein Teil der kostenlos verteilten Tablets nicht zuletzt an Geflüchtete gegangen.
Das LAF plant nach Angaben eines Sprechers mehrsprachige Podcasts, um Geflüchtete zu ermutigen, ihre Kinder beim Lernen zu Hause zu unterstützen und Struktur in deren Tagesablauf zu bringen. Die Menschen bekämen auch Unterstützung bei der Vermittlung schulischer Nachhilfe.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 27. Januar 2021 17:08 Uhr

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