Elternvertreter kritisieren Einschränkung der Kita-Betreuung

Elternvertreter kritisieren Einschränkung der Kita-Betreuung

Die Senatsentscheidung zur Einschränkung der Kita-Betreuung auf Kinder von Eltern bestimmter Berufsgruppen stößt bei Berliner Elternvertretern auf wenig Begeisterung.

Kita

© dpa

Kinderrucksäcke hängen im Eingangsbereich in einem Kindergarten.

«Die Begrenzung auf eine Liste der systemrelevanten Berufe war nicht unsere bevorzugte Option», sagte die Ausschussvorsitzende Corinna Balkow am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Man hat Glück und steht auf der Liste oder eben nicht.» Nach den Rückmeldungen der Eltern hätten sich viele eine andere Lösung gewünscht, zum Beispiel einen Anspruch auf einen eingeschränkten Kita-Betrieb mit kleineren Gruppen für alle und die Möglichkeit, die Betreuungsstunden unter den Eltern aufzuteilen.
Die Liste bedeute, dass ein Teil der Kinder ab Montag nicht mehr kommen dürfe. «Das schränkt die Bildungschancen von Kindern auf die Berufe ihrer Eltern ein», kritisierte Balkow. Die 28 Seiten lange Liste, die die Bildungsverwaltung nach dem Senatsbeschluss vom Mittwoch veröffentlicht hat, führt nach Balkows Einschätzung aber nicht dazu, dass tatsächlich weniger Kinder in den Kitas sein werden. Es sei nun davon auszugehen, dass jeder, der sich auf der Liste wiederfinde, seinen Anspruch auch geltend machen werde.
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Auch die Bildungsgewerkschaft GEW sieht die Entscheidung kritisch. Unklar sei, wie mit der Liste umgegangen werden solle, sagte Berlins GEW-Vorsitzender Tom Erdmann am Donnerstag. «Denn die ist so überbordend groß, dass es an der Situation der Kitas nichts ändert.» Allein anhand dieser Liste vorzugehen, sei nicht praktikabel. Auf der Liste seien zum Beispiel auch Branchen wie Strom- und Gasversorgung, Forschung oder Banken aufgeführt.
Die Kitas seien zum Teil bis zu 80 Prozent ausgelastet, kritisierte Erdmann. Die Senatsentscheidung trage nicht dazu bei, die Situation grundlegend zu ändern. Nötig seien stattdessen konstante Gruppen in den Kitas, zusätzliche Räume für die Kita-Betreuung, FFP2-Masken für alle Erzieherinnen und Erzieher sowie eine möglichst schnelle Impfung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 21. Januar 2021 14:47 Uhr

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