Grüne halten schrittweise Schulöffnung für richtig

Grüne halten schrittweise Schulöffnung für richtig

Die Berliner Grünen haben die Pläne für eine schrittweise Wiedereröffnung der Schulen trotz anhaltenden Corona-Lockdowns verteidigt.

Silke Gebel

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Silke Gebel, Vorsitzende von Bündnis90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

«Jeder Tag Schulschließung ist ein Tag mehr, an dem wir riskieren, dass Kinder und Jugendliche zurückbleiben», sagte Fraktionschefin Silke Gebel am 07. Januar 2021 im Abgeordnetenhaus. «Jeder Tag Lockdown bedeutet ein weiterer Tag, an dem die Schere zwischen denen, die lernen können, und denen, die nicht lernen können, größer wird.» Und weiter: «Aber auch in der Pandemie dürfen wir den Anspruch nicht aufgeben, dass jedes Kind zum Bildungserfolg kommt.»
Geschlossene Schulen seien nicht gut für diejenigen Kinder, die schon im Normalzustand nur mit Ach und Krach einen Abschluss schafften. «Deshalb ist in der Abwägung zwischen Infektionsschutz und Recht auf Bildung der langsam beginnende Wechselunterricht an Grundschulen ab dem 18. Januar unter strengen Hygieneregeln richtig.» Begleitet werden müsse dies durch kostenlose Schnelltests für Lehrer sowie kostenlose FFP2-Masken und Luftfilteranlagen in allen Bildungseinrichtungen, sagte Gebel.
Der rot-rot-grüne Senat hatte am Mittwoch beschlossen, ab 11. Januar schrittweise zumindest wieder Wechselunterricht anzubieten, also eine Kombination aus Lernen zu Hause und in der Schulen in kleinen Gruppen. Den Anfang sollen die abschlussrelevanten Jahrgänge machen, eine Woche später sollen Grundschüler der Klassen 1 bis 3 folgen.
Linke-Fraktionschef Carsten Schatz nannte die Kombination aus Schulöffnung und Verschärfung der Kontaktbeschränkungen für private Treffen widersprüchlich. Es sei «wenig überzeugend», bis 31. Januar faktisch zu untersagen, dass sich Kinder treffen dürfen, aber gleichzeitig wieder den Präsenzunterricht zu starten. Denn da kämen «sicherlich» mehr Kinder als nur aus zwei Haushalten zusammen.
Auch Gebel nannte die ab Sonntag geltende Regel für private Treffen - eigener Hausstand plus maximal eine Person - falsch. Konkret wünscht sie sich, dass Kinder dabei wie bisher generell nicht mitgezählt werden, also noch dazukommen dürfen. Hier müsse nachgesteuert werden. Im Senat hatten Linke und Grüne den Beschluss mitgetragen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 7. Januar 2021 14:38 Uhr

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