Elternausschuss Kita: Gespräche statt Vorgaben sind sinnvoll

Elternausschuss Kita: Gespräche statt Vorgaben sind sinnvoll

Aus Sicht der Berliner Elternvertretung für Kita-Kinder ist die neue Regelung des Senats zur Notversorgung sinnvoll. Während des Lockdowns, der am Mittwoch begonnen hat, gibt es diesmal keine Liste der systemrelevanten Berufe, mit der im Frühjahr festgelegt wurde, welche Kinder Anspruch auf Kita-Betreuung hatten.

Kindergarten zu Corona-Zeiten

© dpa

Jacken und Taschen hängen im Eingangsbereich in einem Kindergarten.

«Eine Liste wäre sicher einfacher, aber sie wird sehr vielen Situationen in den Familien nicht gerecht», sagte die Vorsitzende des Berliner Landeselternausschusses Kita (LEAK), Corinna Balkow, der in Berlin erscheinenden Tageszeitung «taz» (16. Dezember 2020). «Ich denke, dass jetzt auf Gespräche statt starrer Vorgaben gesetzt wird, ist sinnvoll», sagte Balkow. «Es ist doch gut, wenn jemand die Möglichkeit hat, sein Kind noch mal einen Tag in die Kita zu bringen, weil er oder sie Not hat - und zugleich braucht jemand, der formal einen Anspruch nach so einer Liste hätte, den Platz vielleicht nicht und kann sich anders organisieren.» Manche Kitas hätten schon im Herbst abgefragt, wie groß der Bedarf der Eltern im Rahmen einer Notversorgung wäre.
«Diese Kitas haben jetzt schon ein ganz gutes Bild darüber, welche Bedarfe es gibt und was sie mit dem Personal zu leisten imstande sind», sagte Balkow. «In anderen Kitas rennen die Eltern den Kita-Leitungen jetzt die Bürotür ein, weil nichts klar ist - obwohl die Situation absehbar war.» Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte dem Senat am Dienstag vorgeworfen, es sei unhaltbar, dass die Kitas entscheiden sollten, welche Familien während des Lockdowns einen Anspruch auf Notbetreuung haben. Schon während des ersten Lockdowns hätten unklare Regelungen zu Rangeleien an den Kita-Türen geführt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 16. Dezember 2020 12:30 Uhr

Weitere Meldungen