Historiker kritisiert verpasste Chancen bei der Sporteinheit

Historiker kritisiert verpasste Chancen bei der Sporteinheit

Berlin (dpa) Der Sporthistoriker Hans Joachim Teichler hat 30 Jahre nach der Aufnahme des ostdeutschen Sports in den westdeutschen verpasste Chancen kritisiert. Zwar seien «wichtige leistungssportliche Einrichtungen wie das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig» übernommen worden, bei der Personalauswahl sowie sportartspezifischen Techniken wurden die erfolgreichen DDR-Trainer wie Hans Langhoff von den DDR-Handballern einfach übergangen, wie Teichler dem «Tagesspiegel» (Dienstag) sagte. Am 15. Dezember 1990 vereinigten sich die beiden Sportverbände unter dem Dach des Deutschen Sportbundes (DSB).

Auch den Erfolg der DDR-Sportler macht Teichler an den guten Trainingsbedingungen der Sportler fest sowie dem umfassenden Auslesesystem und die immer wieder verbesserten Kinder- und Jugendsportschulen. «Das Doping war dann noch das i-Tüpfelchen. Und außerdem darf man nicht vergessen: Auch in der Bundesrepublik ist gedopt worden.»
Besonders im Bereich des Kinder- und Jugendsports hätte der West manches von der DDR «in modifizierter Art und Weise übernehmen können», sagt der ehemalige Professor für Zeitgeschichte des Sports an der Universität Potsdam. Dass der gesamtdeutsche Sport nicht mehr so erfolgreich auftritt, geht für Teichler mit dem geringeren Aufwand im finanziellen und personellen Bereich einher. Die Mittel, die in der DDR für den Leistungssport ausgegeben wurden, waren überproportional hoch. «Das konnte so nicht weitergeführt werden.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 15. Dezember 2020 13:07 Uhr

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