Mehr Tests: Pflege soll in Corona-Zeiten sicherer werden

Mehr Tests: Pflege soll in Corona-Zeiten sicherer werden

Der Berliner Senat, Amtsärzte, Verbände und Krankenhäuser haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen für eine starke und sichere Pflege in Corona-Zeiten verständigt.

Eine Bewohnerin des Altenheims geht über einen Flur

© dpa

Eine Bewohnerin des Altenheims geht mit ihrem Rollator über einen Flur.

In einem gemeinsamen Positionspapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, verpflichten sich alle Beteiligten unter anderem zur Einhaltung von Hygieneregeln, zur Bereitstellung von ausreichend Schutzkleidung und Schutzmasken für das Pflegepersonal und zur gegenseitigen Unterstützung bei Engpässen. Vereinbart wurde auch, Pflegekräfte möglichst einmal wöchentlich auf Corona zu testen. Die Pflegebedürftigen sollen regelmäßig «stichprobenhaft» getestet werden, vor allem in stationären Einrichtungen. Bei Corona-Ausbrüchen seien alle betroffenen Heimbewohner in die Testungen einzubeziehen, hieß es. 1,8 Millionen Schnelltests stünden zur Verfügung.
Besuche von Angehörigen in Pflegeheimen sollen der Vereinbarung zufolge weiter möglich sein - wobei der Schutz der Bewohner im Vordergrund stehe. Um solche Besuche über die Weihnachtstage zu gewährleisten, sollen Schnelltests gezielt auch für Besucher zum Einsatz kommen. Zusätzlich zu den bereits im November verteilten 200 FFP2-Masken pro Pflegeeinrichtung stellt die Gesundheitsverwaltung für Weihnachten weitere je 200 solcher Schutzmasken zur Verfügung.
«Weihnachtliche Kultur steht nicht im Widerspruch zu konsequenter Hygiene: Hofkonzerte, Tagesgedichte, Weihnachts(haus)post können und sollen weiterhin stattfinden», heißt es in dem Papier. Bei einem Besuchsmanagement, das auch die Mitarbeiter entlaste, könne eine Entzerrung helfen: «Pflegebedürftige freuen sich auch vor und nach den Feiertagen über Besuche oder Einladungen ihrer Familien.» Für Familienkontakte sollen Heimbewohner zudem dabei unterstützt werden, digitale Möglichkeiten nutzen zu können.
Zur Impfstrategie heißt es in dem Positionspapier, Ziel müsse ein frühestmöglicher Impfschutz für pflegebedürftige Menschen und Pflegende sein. Für Bewohner von Pflegeheimen sei deshalb ein Angebot mit mobilen Impfteams entwickelt worden. Bei Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung dieser historisch einmaligen Massenimpfung unterstützten alle Beteiligten die Pflegeeinrichtungen.
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© Meier & Mannack GbR

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Das Papier wird getragen von der Berliner Krankenhausgesellschaft, Pflege- und Behindertenverbänden, den Amtsärzten der Stadt und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Sie verstehen ihr Positionspapier als «deutliches Signal zur Unterstützung Pflegender und der Pflegeeinrichtungen». Die Menschen in der Pflege leisteten während der Pandemie Außerordentliches. Angesichts der aktuellen Infektionslage sei es wichtig, alle Kräfte darauf zu setzen, sie und ihre Patienten zu unterstützen und die enorme Dauerbelastung im Alltag zu mildern.
Wichtig sei in dem Zusammenhang auch, die Arbeit in den Pflegeberufen attraktiver zu machen und besser zu vergüten. Der bereits vor geraumer Zeit vereinbarte «Berliner Pakt für die Pflege», der auf eine nachhaltige Steigerung von Kapazität und Qualität der Ausbildung ziele, zeige erste Erfolge. So sei die Ausbildungsvergütung inzwischen deutlich konkurrenzfähiger mit anderen Berufsgruppen. «Es gilt, Versäumnisse der vergangenen Jahre aufzuholen und dafür zu sorgen, dass zufriedene Pflegende ihre wichtige Arbeit unter guten Bedingungen leisten können», heißt es in dem Papier vom Mittwoch. Zuletzt hatte es in mehreren Berliner Pflegeheimen größere Corona-Ausbrüche gegeben. Ältere, gebrechliche Menschen haben ein besonders hohes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken und in der Folge auch zu sterben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 9. Dezember 2020 14:54 Uhr

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