Krankenhausgesellschaft: Genug Personal für Intensivbetten

Krankenhausgesellschaft: Genug Personal für Intensivbetten

Die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) sieht in der Corona-Pandemie aktuell keine Engpässe in der Intensivpflege - und für den Fall einer Verschlimmerung der Lage Handlungsspielräume.

Ein leeres Bett steht in einer Intensivstation

© dpa

Das notwendige Personal für den Betrieb der Intensivbetten der Hauptstadt sei «zurzeit noch gegeben», teilte eine BKG-Sprecherin am Dienstag (03. November 2020) auf Anfrage mit. «Falls es nicht gelingen sollte, das Infektionsgeschehen einzudämmen, gibt es weitere Maßnahmen, die ergriffen werden können, um noch mehr Pflege am Bett zu generieren.»
So könnten die Kliniken zusätzlich externe Kräfte, ehemalige Pflegekräfte und Freiwillige gewinnen sowie intern weitere Umschulungen anbieten und zum Beispiel Teilzeitkräfte um Aufstockung bitten, erklärte die Krankenhausgesellschaft. Auch könnten Schichten verlängert werden. «Eine solche massive Krisensituation können die Häuser natürlich nicht mit normaler Personalbesetzung der Intensivstationen stemmen», so BKG-Geschäftsführer Marc Schreiner. «Wir schieben jetzt bereits wenn möglich planbare Behandlungen und fahren den Regelbetrieb zurück.» Die Kliniken seien allen Patienten mit dringendem medizinischen Behandlungsbedarf verpflichtet.
Laut dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) seien in Berlin rund 1200 Intensivbetten aktuell betreibbar, so die BKG. Zudem gebe es eine Notfallreserve von rund 460 Betten, die innerhalb von sieben Tagen zusätzlich aufstellbar sei. «Die Berliner Krankenhäuser melden täglich zuverlässig ihre aktuell belegten und verfügbaren Intensivbetten. Es kann zu Schwankungen in der genauen Anzahl kommen, doch darf diese nicht zu einer Verunsicherung in der Öffentlichkeit führen», betonte die BKG. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass die im Register angegebenen Betten zur Versorgung Schwerstkranker nicht zur Verfügung stehen, hieß es.
Zuvor hatte DIVI-Präsident Uwe Janssens davon gesprochen, dass Hinweise und Stichproben zeigten, dass mitunter auch Betten als frei gemeldet würden, für die gar kein Pflegepersonal verfügbar sei. Krankenhäuser bundesweit sind seit dem Frühjahr verpflichtet, die Zahl belegbarer Intensivbetten täglich an die DIVI zu melden. Dabei zählt ausdrücklich die Zahl der Betten, für die ausreichend Intensivkräfte für die Betreuung und Behandlung zur Verfügung stehen.
Andreas Murkudis
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 3. November 2020 20:01 Uhr

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