Corona: Berliner Senat beschließt Teil-Lockdown

Corona: Berliner Senat beschließt Teil-Lockdown

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird das öffentliche Leben in Berlin ab 2. November für vier Wochen teilweise heruntergefahren.

«Yes...we are Open» ist an einem geschlossenen Geschäft zu sehen

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«Yes...we are Open» ist an einem geschlossenen Geschäft zu sehen.

Der Senat beschloss am Donnerstag weitreichende Beschränkungen für die Bürger, für Gastronomie, Kultur und Sport. Er setzt damit einen von Bund und Ländern vereinbarten Teil-Lockdown um.
Die Ministerpräsidenten hatten sich bei einer Video-Schaltkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch auf eine Schließung von Gastronomiebetrieben, Theatern, Opern, Konzerthäusern, Fitnessstudios, Kosmetiksalons, Freizeit- und Sportstätten verständigt. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Für Kinder bis 12 Jahren gilt das in Berlin allerdings nicht - für sie ist weiter Training an der frischen Luft möglich.
Auf die Bürger kommen zudem strenge Kontaktbeschränkungen zu, die an die Anfangsphase der Pandemie erinnern. Der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur noch Angehörigen zweier Haushalte mit maximal zehn Personen gestattet. Kinder bis 12 Jahren sind von dieser Regel ausgenommen. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen. Schulen und Kitas sollen ebenso offen bleiben wie Geschäfte.
Der Hotel- und Gastronomieverband Dehoga forderte angesichts der erneuten Schließungen von Bars, Kneipen und Restaurants schnelle und unbürokratische Hilfen. Auch andere Wirtschaftsverbände zeigten sich besorgt und warnten vor einer Pleitewelle.
Firmen, die besonders von den neuen Corona-Regeln betroffen sind, sollen große Teile ihres Umsatzausfalls vom Bund ersetzt bekommen. Die Bundesregierung plant für den November noch einmal Nothilfen in Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro.
Am Sonntag steht eine Sondersitzung des Abgeordnetenhauses zur Corona-Lage an. Müller gibt dann eine Regierungserklärung zu den weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ab. Anschließend wollen die Abgeordneten darüber debattieren.
Michael Müller (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 29. Oktober 2020 21:02 Uhr

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