Feuer an «Liebig 34»: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Feuer an «Liebig 34»: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Bei dem Feuer an dem ehemals besetzten Haus «Liebig 34» geht die Berliner Polizei von Vorsatz aus. Es werde wegen schwerer Brandstiftung, versuchten Totschlags und schweren Landfriedensbruchs ermittelt, teilten die Beamten am Donnerstag auf Twitter mit. Demnach hat der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Das Feuer war in der Nacht zu Donnerstag ausgebrochen. Laut Feuerwehr waren etwa 50 Kubikmeter Müll und Gerümpel in Brand geraten. Nach Angaben der Polizei brannte es zumindest auch im Erdgeschoss des Gebäudes.

Das geräumte Haus «Liebig 34» ist nach einem Brand zu sehen

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Das geräumte Haus «Liebig 34» ist nach einem Brand zu sehen.

Am Mittwochabend waren nach Angaben eines Sprechers der Feuerwehr vor dem Haus in der Liebigstraße etwa 50 Kubikmeter Müll und Gerümpel in Brand geraten. «Die Löschmaßnahmen waren umfangreich.» Nach rund zwei Stunden war das Feuer gelöscht. Wie die Polizei mitteilte, hat es zumindest im Erdgeschoss des Gebäudes ebenfalls gebrannt. Wie genau es zu dem Feuer gekommen und wo es ausgebrochen war, war zunächst unklar. Die Ermittlungen liefen noch.
Ein Anwohner sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass es am Abend eine Mahnwache mit Kerzen und ewigen Lichtern vor dem ehemals besetzten Haus gegeben habe.
Um das selbstorganisierte feministische Hausprojekt «Liebig 34» - einem Symbol der linksradikalen Szene in Berlin - war lange heftig gestritten worden. Am Freitag vor zwei Wochen wurde es unter Protest geräumt. 57 Menschen waren zu diesem Zeitpunkt in dem Gebäude gewesen. In der Spitze waren etwa 2100 Polizistinnen und Polizisten auch aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei im Einsatz.
Bei einer Demo der Szene kam es in Folge der Räumung und der Übergabe an den Eigentümer trotz großen Polizeiaufgebots zu Gewaltausbrüchen. Autos wurden in Brand gesetzt und Fensterscheiben zertrümmert.
Vor zwei Jahren war ein zehnjähriger Gewerbemietvertrag für den Bewohner-Verein der «Liebig 34» ausgelaufen. In einem langen juristischen Streit bekam der Eigentümer Recht, der dem Verein gekündigt hatte. Dieser hatte nach eigenen Angaben zuletzt keine Miete gezahlt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 22. Oktober 2020 12:00 Uhr

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