Pankower Bezirksbürgermeister für begrenzten Corona-Lockdown

Pankower Bezirksbürgermeister für begrenzten Corona-Lockdown

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Pankow, Sören Benn, fordert zur Eindämmung der Corona-Pandemie einen zeitlich begrenzten bundesweiten Lockdown. Nirgends in Deutschland sei derzeit zu beobachten, dass die getroffenen Maßnahmen das Infektionsgeschehen ausbremsen, begründete der Linke-Politiker seinen Vorstoß am Dienstag. Von einem «prophylaktischen, gezielten, zeitlich klar begrenzten Lockdown» verspreche er sich hier mehr Erfolge.

Bezirksbürgermeister von Berlin-Pankow, Sören Benn (Die Linke)

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Bezirksbürgermeister von Berlin-Pankow, Sören Benn (Die Linke).

«Wir haben im Augenblick keinen Anlass zu hoffen, dass die vielen kleinen Maßnahmen helfen», heißt es in einer schriftlichen Erklärung Benns. «Darum sollten wir das jetzt vorbereiten. Abblasen kann man es immer noch. Für viele Menschen wäre es die finale Katastrophe des Jahres 2020, wenn wir Weihnachten in einem Notlockdown festhängen.»
Benn weiter: «Ich maße mir als Einzelner nicht an, zu wissen, wie genau ein solcher Lockdown ausgestaltet sein müsste. Da gibt es sicher viel zu bedenken und abzuwägen.» Ziel müsse aber ein deutlicher Rückgang des gesellschaftlichen Lebens sein. «Bis auf systemerhaltende Infrastrukturen sollte alles so weitgehend wie möglich runterfahren und ins Homeoffice verlagert werden.» Ausnahmen kämen möglicherweise für Kitas und Schulen in Frage, die mit Konzepten vielleicht zumindest teilweise offen bleiben könnten.
«Die wirtschaftlichen Schäden (...) dürften bei einem langsamen unausgesprochenen Hineinschleichen in einen de facto Lockdown, wie wir das derzeit erleben, auch nicht kleiner sein, als bei einem harten und kurzen Lockdown, aus dem heraus wir danach mit deutlich ausgeweiteten Freiheiten wieder besser agieren können», fügte Benn hinzu. Allerdings plane sein Bezirk hier keinen Alleingang.
Zuletzt hatte Benn schon auf Twitter auf sein Anliegen hingewiesen. «2 Wochen geordneter & gezielter lockdown im November d-weit würde mglw. mehr helfen & weniger schaden, als diese Schüsse mit immer mehr Steinschleudern in den dichter werdenden Infektionsnebel», twitterte er. Und: «Solange ein Lockdown als Katastrophe & Drohkulisse anstatt als Instrument markiert wird, kommen wir um einen ungeplanten langen wohl kaum vorbei. Das wäre dann Weihnachten.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 20. Oktober 2020 15:50 Uhr

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