Puhdys-Streit um Urheberrechte: Gericht verhandelt

Puhdys-Streit um Urheberrechte: Gericht verhandelt

Ein Streit der Puhdys beschäftigt in der kommenden Woche eine Zivilkammer des Berliner Landgerichts. Ein Bandmitglied verklage die anderen Mitglieder «auf Feststellung, dass ihm die Urheberrechte an den Kompositionen bestimmter Songs alleine zustünden», teilte das Gericht am Freitag mit. Verhandelt wird demnach am Donnerstag. Es ist offen, ob bei dem Termin bereits eine Entscheidung fällt. Mehr Details nannte das Gericht nicht. (Az.: 16 O 163/19).

Justitia

© dpa

Eine goldfarbene Justitia-Figur.

Am Freitag wollten sich mehrere Bandmitglieder, darunter Puhdys-Sänger Dieter «Maschine» Birr, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht zu dem bevorstehenden Gerichtstermin äußern.
Vor knapp einem Jahr hatte Birr, der Kläger, mit der «Berliner Zeitung» über den Streit gesprochen: Es gebe zunächst eine Musterklage über zehn Songs, darunter «Alt wie ein Baum», sagte er. «Ich habe 300 Titel der Puhdys komponiert und 218 davon geteilt. Das heißt, ich bin nicht allein als Urheber ausgewiesen, sondern nur zusammen mit Peter Meyer oder als Teil der Puhdys. Das will ich ändern.» Bei den Puhdys habe es keine Gemeinschaftskompositionen gegeben. «Ich habe mir die Titel zu Hause ausgedacht, an der Gitarre», so Birr.
In der DDR wurden die 1969 gegründeten Puhdys zwölf Mal zur beliebtesten Rockgruppe gewählt. Trotz der vielen Fans auf beiden Seiten der Mauer lösten sie sich 1989 auf - mit einer «Good-Bye-Tour» 20 Jahre nach der Gründung. Nach dem Mauerfall machten sie dann doch weiter. Und wieder sehr erfolgreich.
Doch 2015 teilte eine der erfolgreichsten Bands aus dem Osten dann überraschend mit, dass sie sich auflösen wird. Im Januar 2016 beendeten die fünf Musiker im Rentenalter in Berlin vor 11 500 Fans ihre Abschiedstour.
Die Fans hofften seitdem immer wieder auf eine Versöhnung; zuletzt aus Anlass des 50. Geburtstags der Band. Doch beim Geburtstagskonzert im vergangenen November mit vielen ehemaligen Puhdys-Musikern in Rostock war Birr nicht dabei. «Die Puhdys sind bei mir Geschichte», sagte er zuvor der dpa.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 9. Oktober 2020 15:35 Uhr

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