Berliner Polizei leitet wegen Chatgruppe Strafverfahren ein

Berliner Polizei leitet wegen Chatgruppe Strafverfahren ein

Die Berliner Polizei hat nach einem Bericht des ARD-Magazins «Monitor», dem zufolge es in einer Chatgruppe in den Reihen der Behörde rassistische Äußerungen gegeben haben soll, ein Strafverfahren eingeleitet.

Andreas Geisel sitzt im Berliner Abgeordnetenhaus

© dpa

Andreas Geisel (SPD), Innensenator, sitzt im Berliner Abgeordnetenhaus.

«Den Informationen zufolge, die wir der aktuellen medialen Berichterstattung entnehmen konnten, wurde eine Chatgruppe zutage gefördert, in der disziplinarwürdige und strafbare Inhalte geteilt wurden», teilte die Polizei am Donnerstagmorgen (01. Oktober 2020) mit.
«Mit Kenntnis des Sachverhalts haben wir unmittelbar ein Strafverfahren eingeleitet und die Ermittlungen aufgenommen.» Dazu zählten «Recherchen zum Inhalt der Nachrichten, zur Dauer des Bestehens der Gruppe, zur Anzahl der Nutzenden sowie zu den betroffenen Dienststellen». Rassisten und Rassistinnen hätten «in unseren Reihen und in der Polizei im Allgemeinen keinen Platz». «Denn es ist unerträglich, solche unter uns zu wissen, die sich aufgrund ihrer Herkunft über andere erheben und den Ruf eines ganzen Berufsstandes schädigen.»
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Laut dem «Monitor»-Bericht soll es sich um den internen Chat einer Dienstgruppe der Berliner Polizei handeln, in dem sich mehr als 25 Beamte ausgetauscht haben sollen. Vor allem sieben Beamte hätten sich darin regelmäßig klar rassistisch geäußert, häufig in Form von vermeintlichen Witzen, heißt es in dem Bericht. Kollegen hätten die Äußerungen häufig mit Zustimmung kommentiert. Ein Vorgesetzter der Gruppe sei über rassistische Äußerungen im Chat informiert gewesen. In einer E-Mail habe er die Beamten aufgefordert, keine strafrechtlich relevanten Inhalte zu teilen.
Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte dazu laut Magazin: «Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, ist dies absolut inakzeptabel und hat nichts mit einer modernen, weltoffenen Hauptstadtpolizei zu tun.» Bei der Innenbehörde war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 1. Oktober 2020 10:15 Uhr

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