Armutsgefahr in Brandenburg bei Generation 65 plus gestiegen

Armutsgefahr in Brandenburg bei Generation 65 plus gestiegen

In Brandenburg sind ältere Menschen zunehmend von Armut bedroht. In der Gruppe ab 65 Jahren hat die Armutsgefährdungsquote seit dem Jahr 2005 um 3,0 Prozentpunkte zugenommen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Im vergangenen Jahr seien 12,5 Prozent der Menschen in dieser Altersgruppe armutsgefährdet gewesen. Im bundesweiten Vergleich steht Brandenburg aber gut da: Hier betrug der Anteil bei der Generation 65 plus 15,7 Prozent.

Armut wird in der Bundesrepublik über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Die Armutsgefährdungsquote gibt den Anteil der Bevölkerung an, der mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen muss. Bei einem Ein-Personen-Haushalt lag diese Grenze 2019 bei 1074 Euro im Monat.
Insgesamt sind die Brandenburger im Vergleich zum Rest der Bundesrepublik am wenigsten armutsgefährdet. 2019 betrug das Armutsrisiko laut den Statistikern 15,2 Prozent. Der Bundesdurchschnitt lag demnach bei 15,9 Prozent.
In allen anderen Altersgruppen sank die Gefährdung seit 2005 bei den Brandenburgern sogar - am stärksten bei der Gruppe der unter 18-Jährigen. Hier betrug die Quote 2005 noch 26,9 Prozent. 2019 waren es demnach dann nur noch 20,3 Prozent.
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Das höchste Armutsrisiko hatten die älteren Menschen vergangenes Jahr im Saarland mit einer Quote von 18,4 Prozent, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 17,8 und Bayern mit 17,5 Prozent.
In Ost- und Westdeutschland war der Anstieg ähnlich hoch, es wurde aber ein unterschiedlicher Stand erreicht: 2019 war die Quote im Osten mit 13,8 Prozent geringer als in Westdeutschland mit 16,2 Prozent. In Ostdeutschland falle der Anstieg aber stärker ins Gewicht, da die Bevölkerung stärker altere - teils durch Abwanderung, teils durch geringe Zuwanderung, erklärte das Bundesamt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 30. September 2020 17:36 Uhr

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