Kritik aus der Wirtschaft an Maskenpflicht im Büro

Kritik aus der Wirtschaft an Maskenpflicht im Büro

Von Seiten der Wirtschaft gibt es deutliche Kritik am Beschluss des Berliner Senats, eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz einzuführen.

Medizinischer Mundschutz

© dpa

Um das Risiko einer Corona-Infektion bestmöglich zu reduzieren, eignet sich eine Kombination aus Abstandhalten, Mund-Nasen-Maske und Augenschutz.

Danach ist in Büro- und Verwaltungsgebäuden ab 03. Oktober 2020 vorgeschrieben, zum Beispiel im Flur und im Aufzug eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, allerdings nicht am Schreibtisch. «Wir wissen von einer Reihe von Unternehmen, die die Maskenpflicht im Büro schon längst eingeführt haben», sagte Christoph Irrgang, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin am 30. September 2020.
Jedes Unternehmen habe großes Interesse daran, die Ansteckungsrisiken gering zu halten. «Das ändert jedoch nichts daran, dass es für eine Eindämmung des Infektionsgeschehens sicher hilfreicher wäre, wenn die Einhaltung bereits bestehender Regeln konsequenter kontrolliert würde, anstatt neue Vorgaben einzuführen.» Es sei hinreichend bekannt, dass die größten Ansteckungsgefahren von privaten Partys mit hunderten Teilnehmern ausgingen. «Hier einzuschreiten, sollte oberste Priorität für die Behörden haben.»
Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer bei der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), wies darauf hin, dass sich die Unternehmen frühzeitig um ausgefeilte Hygienekonzepte an den Arbeitsplätzen gekümmert hätten. Die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice werde außerdem intensiv genutzt. «Auch deshalb ist die Ansteckungsgefahr an den allermeisten Arbeitsplätzen nach allem, was wir wissen, gering.»
Die bundesweit geltende SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel lege Hygiene- und Abstandsvorschriften am Arbeitsplatz außerdem bereits fest. «Uns ist unverständlich, warum Berlin mit der Einführung einer Maskenpflicht in Büros jetzt einen Sonderweg beschreiten will», kritisierte Amsinck und forderte den Senat auf zu erklären, auf welcher wissenschaftlichen Basis diese Entscheidung beruhe.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 30. September 2020 14:22 Uhr

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