Neue Corona-Regeln: Linke warnt vor Panikmache

Neue Corona-Regeln: Linke warnt vor Panikmache

Nach den neuen Corona-Beschlüssen des Berliner Senats hat die mitregieredende Linkspartei vor Panikmache gewarnt. Die Linke trage zwar die Beschlüsse mit, die Politik könne aber nicht so einfach in private Haushalte hineindirigieren, sagte der Gesundheitsexperte der Berliner Linksfraktion, Wolfgang Albers, am Mittwoch im RBB-Inforadio.

Wolfgang Albers (Die Linke)

© dpa

Wolfgang Albers, Gesundheitsexperte der Berliner Linksfraktion.

Der Senat hatte am Dienstag angesichts gestiegener Infektionszahlen private Feiern im Freien mit mehr als 50 Teilnehmern verboten. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Ab zehn Teilnehmern müssen bei den Feiern deren Daten dokumentiert werden. Auch besteht nun Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden.
«Es ist wichtig, aus diesem Panikmodus herauszukommen», sagte Albers, der den Gesundheitsausschuss im Abgeordnetenhaus leitet. Den Menschen müsse ein Weg aufgezeigt werden, mit der Krankheit zu leben. «Wir werden sicherlich noch lange damit zurechtkommen müssen, auch wenn ein Impfstoff gefunden sein sollte.» Es müsse auch zwischen Infektionsgeschehen und Krankheitsgeschehen unterschieden werden. In den vergangenen sieben Tagen habe es knapp 1110 Neuinfektionen in Berlin gegeben. Davon mussten nur 31 in Krankenhäusern behandelt werden.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) äußerte sich zuversichtlich, dass die Regeln allgemein akzeptiert würden. Seiner Einschätzung nach, trügen 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung den politischen Weg mit, sagte Müller in den ARD-«Tagesthemen» am Dienstagabend. «Wegen der präventiven Maßnahmen und des Einverständnisses der Bevölkerung haben wir ja diese geringen Zahlen im weltweiten Vergleich. Und genau da setzen wir an und setzen wieder auf Eigenverantwortung und Vernunft.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 30. September 2020 10:37 Uhr

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