Sumpfkrebs, Nutria und Co: Einige Exoten in der Berliner Natur

Sumpfkrebs, Nutria und Co: Einige Exoten in der Berliner Natur

Blaubandbärbling, Marmorkrebs und Buchstaben-Schmuckschildkröte - nie gehört? Diese Tierarten kommen laut dem Berliner Senat in der Hauptstadt vor.

Sumpfkrebs

© dpa

Ein roter amerikanischer Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) krabbelt durch den Berliner Tiergarten.

Das geht aus einer am 08. September 2020 veröffentlichten Antwort der Umweltverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage von zwei AfD-Abgeordneten hervor. Tommy Tabor und Frank Scholtysek wollten vom Senat wissen: «Wie weit ist die Biologische Invasion fortgeschritten?»
Von einer Liste der EU-Kommission mit 66 sogenannten gebietsfremden invasiven Arten kommen laut der Senatsantwort 17 derzeit in Berlin vor. Bereits relativ bekannt sein dürfte, dass Pflanzen wie Riesenbärenklau und Götterbaum zu finden sind, ebenso Tierarten wie Nilgans, Nutria und Waschbär. Einige Aufmerksamkeit hatte auch der Rote Amerikanische Sumpfkrebs erregt, der in Massen etwa aus Tiergarten-Gewässern gefischt wurde.
Wo genau und in welchem Umfang die Arten im Stadtgebiet vorkommen, geht aus der Senatsantwort nicht hervor: «Genaue Zahlen über die Verbreitung und die Entwicklung der einzelnen Arten liegen dem Senat nicht vor», hieß es. Die weitere Ausbreitung der Arten von der EU-Liste soll von den betroffenen Ländern eingedämmt werden.
Diese Arten stehen besonders im Fokus, weil sie die heimische Fauna und Flora gefährden können. Der Marmorkrebs zum Beispiel kann die Krebspest übertragen. Der Blaubandbärbling ist eine Fischart, die mit heimischen Arten in Konkurrenz um die Nahrung treten kann.
Bei den Einschleppungen spielt der Mensch häufig eine Rolle: Beim Sumpfkrebs in Berliner Gewässern wird angenommen, dass es sich zum Nachkommen ausgesetzter Tiere aus Aquarien handelt. Zudem können mit dem Warenverkehr blinde Passagiere versehentlich hierher gelangen. Auch der Klimawandel trägt dazu bei, dass sich Pflanzen hier wohl fühlen, die eigentlich in ganz anderen Weltregionen heimisch sind.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 8. September 2020 16:31 Uhr

Weitere Meldungen