Bundesjustizministerin begrüßt Umbenennung der Mohrenstraße

Bundesjustizministerin begrüßt Umbenennung der Mohrenstraße

Ihr Ministerium liegt an der betroffenen Straße: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat in der Rassismus-Debatte die Umbenennung der Berliner Mohrenstraße begrüßt. Die Bezirksverordnetenversammlung habe mit dem Beschluss «ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung» gesetzt, sagte Lambrecht am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

U-Bahnstation Mohrenstraße

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U-Bahnstation Mohrenstraße.

«Die Umbenennung ist Ausdruck der Anerkennung einer besonderen Lebensleistung.» Die Straße soll künftig nach Anton Wilhelm Amo heißen. Er war im 18. Jahrhundert der erste Gelehrte afrikanischer Herkunft an einer preußischen Universität.
Die Debatte um den als rassistisch kritisierten Namen Mohrenstraße schwelt seit Jahren. Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG hatten Anfang Juli zunächst angekündigt, den Stationsnamen in Glinkastraße umzubenennen. Nach dem russischen Komponisten Michail Iwanowitsch Glinka (1804-1857) ist eine Straße benannt, die nahe der U-Bahn-Station auf die Mohrenstraße trifft. Nach Vorwürfen, Glinka sei Antisemit gewesen, pfiff der Senat die BVG jedoch zurück.
Dass Amo Namensgeber der Straße wird, passt vom Fach her zum Justizministerium: Er war Philosoph und Rechtswissenschaftler. Das Haus liegt in der Mohrenstraße 37. Die Umbenennung ist in Berlin eine Angelegenheit des Bezirks Mitte. Im Magazin «Cicero» hatte Lambrecht mit dem Vorschlag sympathisiert, die Straße nach dem Juristen Fritz Bauer zu taufen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 24. August 2020 15:57 Uhr

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