Mehr Frühchen in Berlin bekommen Muttermilchspenden

Mehr Frühchen in Berlin bekommen Muttermilchspenden

Auch Frühgeborene in den Vivantes-Kliniken können von nun an gespendete Muttermilch bekommen. Das sei durch die Kooperation mit der Charité möglich, die eine «Frauenmilchbank» betreibe, teilte eine Vivantes-Sprecherin am Dienstag in Berlin mit. Zielgruppe sind Babys, die weniger als 1500 Gramm wiegen und/ oder weniger als 32 Schwangerschaftswochen im Bauch waren und von ihrer Mutter nicht gestillt werden können.

Muttermilchbank

© dpa

Wenn die Mutter eines Frühchens keine eigene Milch hat, kann das Frühgeborene mit gespendeter Milch aus der Frauenmilchbank versorgt werden.

Nicht alle Mütter hätten anfangs genügend eigene Milch. «Bisher mussten wir deshalb industriell gefertigte Milch verwenden. Unser Ziel ist es, perspektivisch alle Frühchen ausschließlich mit Frauenmilch zu füttern», sagt Karl-Ulrich Schunck, Oberarzt des Perinatalzentrums im Vivantes Klinikum im Friedrichshain.
In der Charité ist es den Angaben zufolge gelungen, alle kleinen Frühgeborenen ausschließlich mit menschlicher Milch zu ernähren. Die gespendete Frauenmilch sei dabei oft nur eine Überbrückung, bis die Mutter des Frühgeborenen selbst genug Milch hat. «Häufig sind es dann später diese Mütter, die sehr viel mehr Milch abgepumpt und eingefroren haben, als ihr eigenes Kind benötigt, und die dann wiederum zu Spenderinnen werden», sagt Monika Berns, Ärztliche Leiterin der Frauenmilchbank am Campus Virchow-Klinikum.
Alle Muttermilchspenderinnen werden wie Blutspenderinnen untersucht, um Infektionserkrankungen auszuschließen. Die gespendete Milch wird zudem pasteurisiert, bevor sie an die Frühgeborenen gegeben wird.
Mediziner empfehlen für eine optimale Entwicklung von Neugeborenen Muttermilch. In Muttermilch seien alle Nährstoffe enthalten, die ein Säugling brauche, wirbt die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Zudem ist Muttermilch gut verdaulich und überträgt Abwehrstoffe von der Mutter auf das Kind.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 11. August 2020 11:44 Uhr

Weitere Meldungen