Kraftwerksbesetzung in Moabit: Aktivisten weiter auf Kran

Kraftwerksbesetzung in Moabit: Aktivisten weiter auf Kran

Nach der Besetzung eines Heizkraftwerks in Berlin-Moabit von rund 20 Klimaaktivisten am Samstag haben vier von ihnen einen Tag später immer noch auf einem Förderkran ausgeharrt. Alle anderen hätten das Gelände inzwischen verlassen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagvormittag. Von ihnen seien die Personalien für eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs aufgenommen worden.

Eine Umweltaktivistin steht einem Turm des Heizkraftwerks Moabit

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Eine Umweltaktivistin steht auf einem Turm des Heizkraftwerks in Berlin-Moabit.

Die Aktivisten hatten sich am Samstag in den frühen Morgenstunden Zugang zu dem Gelände des Kraftwerks verschafft und dort zwei Förderkräne und ein Aschesilo besetzt. Die Polizei sah genau wie der Betreiber im Laufe des Samstags keinen Anlass zur Räumung, zumal das Kraftwerk wegen Wartungsarbeiten nicht in Betrieb ist.
Gegen 18.00 Uhr kletterten laut Polizei fünf der Besetzer zurück auf den Boden, bis Sonntagvormittag folgten dann bis auf die vier Aktivisten alle anderen. Die Polizei war am Sonntag noch mit 15 Einsatzkräften vor Ort.
Mit ihrer Aktion fordern die Umweltaktivisten unter anderem einen sofortigen Kohleausstieg sowie «ein Ende des fossilen Kapitalismus», wie die Aktionsgruppe «Direkte Aktion Berlin» mitteilte. Dass in Deutschland nach Plänen von Regierung und Bundestag noch bis 2038 Kohleverstromung genutzt werden soll, sei ein Schlag ins Gesicht für alle, die seit Jahren für Klimagerechtigkeit kämpften.
Im 1900 erbauten Heizkraftwerk Moabit wird Steinkohle und seit 2013 auch Biomasse verfeuert. Betreiber des Kraftwerks am Friedrich-Krause-Ufer ist der schwedische Energiekonzern Vattenfall.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 9. August 2020 14:40 Uhr

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