Berliner Christopher Street Day wird online gefeiert

Berliner Christopher Street Day wird online gefeiert

Der Berliner Christopher Street Day (CSD) wird wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr vor allem im Internet gefeiert.

38. Christopher Street Day Parade (CSD)

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Heute (25. Juli 2020) wird von 14 Uhr bis Mitternacht in der «Mainstream» genannten Sendung Aktionen, Talks und künstlerische Beiträge geben, darunter von Rufus Wainwright, Rummelsnuff und Black Cracker. Laut Veranstalter sind etwa 30 Organisationen und Vertreter verschiedener Queer-Communities dem Aufruf für das Online-Event mit dem Motto «Don’t hide your Pride!» gefolgt.
Christopher Street Day (CSD)
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Livestream: Digitaler CSD 2020

25. Juli 2020

Aufgrund des coronabedingten Verbots für Großveranstaltungen findet die Christopher Street Day Parade in Berlin in diesem Jahr samt Rahmenprogramm digital statt. mehr

Livestreams aus verschiedenen Standorten

Gesendet wird aus einem Livestudio nahe dem Alexanderplatz. Wegen der Corona-Pandemie wurde im Haus der Statistik ein Studio mit Livebühne aufgebaut. Von Außenstandorten in Schöneberg und am Regierungsviertel soll über die Situation von Lokalen im Regenbogenkiez und von queeren Menschen in anderen Ländern berichtet werden. Ausgestrahlt wird das Programm auf Alex Berlin und auf den Social-Media-Kanälen des CSD Berlin.

Rege Teilnahme in den Kommentarspalten des Streams

Während im Nachmittagsprogramm hauptsächlich Initiativen und ihre Ziele vorgestellt wurden, war für den Abend ein Unterhaltungsprogramm mit Musik geplant. Auf Youtube, wo die Veranstaltung ausgestrahlt wurde, liefen unterdessen Kommentare im Sekundentakt ein. «Total ungewohnt nicht direkt dabei zu sein», schrieb eine Zuschauerin.
«Wir dürfen in unserer Stadt, in unserem Land nicht akzeptieren, dass es Übergriffe gibt», sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) vor einem Regenbogen-Banner am Roten Rathaus. «Es gibt Trans- und Homophobie, es gibt Ausgrenzung, es gibt Gewalt.» Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth (Grüne), forderte «gleiche Rechte und nicht nur ein bisschen gleiche Rechte». Die Unterdrückung von Homosexuellen in osteuropäischen Ländern dürfe nicht vergessen werden.

Dyke Marsch vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor

Einige kleinere Demos gab es trotzdem. Der «Dyke-Marsch» mit rund 1000 angemeldeten Teilnehmerinnen zog vom Neptunbrunnen auf dem Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. Die Demonstrierenden trugen bunte Verkleidungen in CSD-Manier mit Regenbogenfahnen, manche waren mit freiem Oberkörper unterwegs. «Es ist alles friedlich», sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag.
Der CSD soll an die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und queeren Menschen erinnern. Ende Juni 1969 stürmten Polizisten in New York die Bar «Stonewall Inn» in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen die Willkür aus.
Dyke Marsch in Berlin 2020 (1)
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Fotos: Dyke Marsch 2020

Beim Dyke Marsch 2020 gingen zahlreichen Teilnehmerinnen am 25. Juli vom Neptunbrunnen zum Brandenburger Tor für die Rechte von lesbischen Frauen auf die Straße. mehr

Regenbogenfahne
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Gay Berlin

Die Schwulen- und Lesben-Szene in Berlin ist riesig. Es gibt eine Vielzahl an Shops, Bars, Clubs, Kinos, Museen und Saunen. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 25. Juli 2020 17:33 Uhr

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