Preußen-Stiftung-Kuratorium: Sorge um «kulturellen Schatz»

Preußen-Stiftung-Kuratorium: Sorge um «kulturellen Schatz»

Nach heftiger Kritik an der Stiftung Preußischer Kulturbesitz will sich das Kuratorium der größten deutschen Kultureinrichtung für eine Stärkung der internationalen Reputation einsetzen. «Ziel war und ist es, diesen in Deutschland befindlichen und weltweit herausragenden kulturellen Schatz optimal zu pflegen und in der Gesellschaft zur Geltung zu bringen», heißt es in einer der dpa vorliegenden Stellungnahme nach einer außerordentlichen Sitzung des von Bayer, Bertelsmann, Daimler, Deutsche Bank, KPMG, Linde, SAP, Siemens, Würth und ZDF besetzten Kuratoriums. «Dabei gilt es, die herausragende, internationale Reputation der SPK und das große Ansehen ihrer Museen, Archive, Bibliotheken und Forschungsinstitute weiter zu stärken, aber auch ihre Organisation effizienter zu gestalten.»

Hermann Parzinger mit Dossier

© dpa

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, mit Strukturempfehlungen.

Mit der von Bund und Ländern getragenen Stiftung soll die größte deutsche Kultureinrichtung aufgelöst werden. Eine entsprechende Empfehlung hatte der Wissenschaftsrat von Bund und Ländern nach zweijähriger Analyse der Dachorganisation von staatlichen Museen, Bibliotheken und Instituten abgegeben.
Das Kuratorium verfolge den Ansatz des Wissenschaftsrates zur Reform der Stiftung «mit großem Interesse», hieß es. Dabei wurde die Notwendigkeit betont, die Stiftung «zu stärken und zeitnahe politische sowie organisatorische Reformen auf den Weg zu bringen». Dafür müssten die Verantwortlichen ein klares Konzept erarbeiten, «das den Wirkungsgrad der Stiftung und ihrer Einrichtungen vergrößert und deren internationale Positionierung verbessert».
Auch das vor sechs Jahren geschaffene Kuratorium, das sich bei ausgewählten Projekten als strategischer Partner sieht, betont die Bedeutung der Museen. «Insbesondere die Staatlichen Museen zu Berlin müssen die Voraussetzungen erhalten, sich als moderner Museumsbetrieb dem Vergleich der großen internationalen Häuser stellen zu können».
Der Wissenschaftsrat hatte gefordert, für die Museen «die Handlungsspielräume erweitern». Mit den «Sammlungen von Weltrang, die für internationales Publikum von höchstem Interesse sind», werde «das Potenzial derzeit nicht hinreichend ausgeschöpft». Als Ursache sieht der Wissenschaftsrat strukturelle Rahmenbedingungen und nicht ausreichende finanzielle Ausstattung.
Zur Stiftung mit rund 2000 Mitarbeitern gehören die Staatlichen Museen Berlin, deren 15 Sammlungen mit 4,7 Millionen Objekten an 19 Standorten präsentiert werden, die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 22. Juli 2020 16:13 Uhr

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