EU-Ratspräsidentschaft: Interaktives Kunstwerk von Eliasson

EU-Ratspräsidentschaft: Interaktives Kunstwerk von Eliasson

Das interaktive Online-Kunstwerk «Earth Speakr» des in Berlin lebenden dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson begleitet seit Mittwoch (01. Juli 2020) den kulturellen Teil der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Olafur Eliasson

© dpa

Der Künstler Olafur Eliasson.

Auf der digitalen Plattform können junge Menschen per App einem Gesicht den gewünschten Ausdruck verpassen, in ein von ihnen aufgenommenes Motiv projizieren und passende Sprachbotschaften hinterlassen. Über als Lautsprecher fixierte Punkte kann zudem bestimmt werden, wo eine Nachricht gehört werden soll, etwa in einem Parlament.
Viele erste Beiträge befassten sich mit Natur, Umweltschutz, Plastikmüll oder Bildung. «Alle Kinder sollten ein Recht auf Bildung haben», sagt etwa ein Gesicht aus einem aufgeschlagene Buch. Ein anderes empfiehlt Erwachsenen, doch mehr aufs Auto zu verzichten und öfter mal Fahrrad zu fahren. Eine weggeworfene Plastiktüte mit Gesicht bittet die Betrachter, sie doch besser im Mülleimer zu entsorgen. Beiträge gab es zunächst etwa aus Polen, Irland, Schweiz, Deutschland, Italien, Großbritannien, Finnland, Dänemark oder Frankreich.
Eliasson will mit der App «Kunst in einem Raum schaffen, in dem jede Stimme gehört wird». Kinder könnten so «von ihren Hoffnungen und Ideen für die Zukunft Europas und die Erde erzählen». Kinder seien diejenigen, die noch am längsten auf diesem Planeten blieben. «Earth Speakr» lade Kinder ein, für die Erde zu sprechen - «und Erwachsene, sich anzuhören, was sie zu sagen haben».
Das sieben Millionen Euro teure Projekt «Earth Speakr» ist Zentrum des insgesamt für zehn Millionen Euro realisierten Kulturprogramms zur EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte Eliasson mit einer führenden Rolle im Kulturprogramm beauftragt.
Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik, sprach sich in der Zeitschrift «Politik & Kultur» für eine «echte europäische Öffentlichkeit und einen europäischen Kulturraum» aus. Zu «Earth Speakr» sagte die SPD-Politikerin, «wenn wir aufmerksam sind, erkennen wir darin einen Blick in die Zukunft Europas und etwas davon, was Kunst beitragen kann, um einen europäischen Öffentlichkeits- und Kulturraum zu schaffen».
Kulturstaatsministerin Monika Grütters will darauf hinarbeiten, dass Kultur in den EU-Aufbauprogrammen zur Corona-Krise berücksichtigt wird. «Kultur ist kein dekorativer Luxus, sondern der wesentliche Kern unserer europäischen Vielfalt», sagte die CDU-Politikerin zum Auftakt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 1. Juli 2020 16:12 Uhr

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