Berlin nimmt 300 weitere Flüchtlinge aus Griechenland auf

Berlin nimmt 300 weitere Flüchtlinge aus Griechenland auf

Das Land Berlin möchte in den kommenden Wochen bis zu 300 weitere Menschen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufnehmen.

Elke Breitenbach

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Elke Breitenbach (Die Linke), Berliner Senatorin für Integration.

Damit erklärt sich das Land bereit, weitaus mehr Flüchtlinge aufzunehmen, als die reguläre Verteilung auf die Bundesländer nach dem Königsteiner Schlüssel festlegt, wie die Senatsverwaltung für Integration am Dienstag (23. Juni 2020) mitteilte.

243 Kinder und deren Kernfamilien sollen nach Deutschland kommen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach am Freitag beim Abschluss der dreitägigen Innenministerkonferenz in Erfurt von etwa 900 Menschen, die nach Deutschland kommen sollen. Es gehe dabei um 243 Kinder und deren Kernfamilien. Laut einem Senatssprecher hätte Berlin nach dem Schlüssel nur 50 dieser Menschen aufnehmen müssen. Seehofer hatte klargemacht, dass die Betroffenen nicht nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Länder verteilt werden sollen, weil dann möglicherweise nicht immer gewährleistet sei, dass Kind und Familie zusammenbleiben.

Flüchtlinge sollen in Unterkünften am Tempelhofer Feld unterkommen

Die ersten Familien sollen laut Senatsverwaltung bis Ende Juli, Anfang August in Berlin ankommen. Bei den Menschen handelt es sich demnach um Familien mit kranken, minderjährigen Kindern. Unterkommen sollen sie in den Unterkünften am Rande des Tempelhofer Feldes, die zurzeit ungenutzt seien. Flüchtlingsorganisationen stellten nun fest, welche Familien in den Camps am dringendsten Hilfe benötigten, hieß es.

Breitenbach: Jetzt können sie ihre prekäre Lebenssituation hinter sich lassen

Im Mai hatten acht Kinder aus den griechischen Lagern Berlin erreicht. Senatorin Elke Breitenbach (Die Linke) zeigte sich froh, weitere Flüchtlinge aufnehmen zu können. «Seit einigen Monaten haben wir die Bundesregierung gedrängt, geflüchtete Menschen aus den griechischen Flüchtlingscamps herauszuholen und ihr Leben zu retten. Jetzt können sie ihre prekäre Lebenssituation hinter sich lassen und endlich zur Ruhe kommen», erklärte Breitenbach. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Abgeordnetenhaus, Silke Gebel, bezeichnete die Aufnahme der Kinder und ihrer Eltern als «längst überfälligen Schritt». «Nun muss es endlich losgehen», sagte Gebel laut einer Mitteilung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 24. Juni 2020 08:25 Uhr

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