Kinderärzte beklagen fehlende Untersuchung von Schulanfängern

Kinderärzte beklagen fehlende Untersuchung von Schulanfängern

Das Aussetzen der amtlichen Untersuchungen bei Schulanfängern in diesem Jahr stoßen bei Berliner Kinderärzten auf massive Kritik. Es sei ein «neuer Höhepunkt» der Krise des öffentlichen Gesundheitsdienstes, sagte der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Berlin, Jakob Maske, am Mittwoch (17. Juni 2020).

Kinder bei der Einschulung

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«Damit verstößt der Senat gegen das Schulgesetz, das die Eingangsschuluntersuchung aus gutem Grund vorschreibt.» Überschrieben war die Mitteilung mit den Worten: «Schulfähig? Vielleicht! - Gesund? Vielleicht! - Geimpft? Vielleicht!» Diese Fragen prüfen Amtsärzte normalerweise bei den Reihenuntersuchungen. Insbesondere Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen entgehe nun die Chance auf rechtzeitige Förderung, betonte der Verband. Aber auch für die Schulen habe das Aussetzen Folgen: Nicht schulfähige Kinder erschwerten den Unterricht erheblich, heiß es. Viele von ihnen müssten das erste Schuljahr wiederholen.

Kinderärzte fordern, dass Gesundheitsdienst «wieder seine Kernaufgaben ausführen kann»

Schuleingangsuntersuchungen wurden wegen der hohen Belastung der Gesundheitsämter in der Pandemie ausgesetzt. Mitarbeiter verschiedener Bereiche helfen bei der Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten aus. Die Kinderärzte forderten die Senatsgesundheitsverwaltung auf, dafür zu sorgen, dass der öffentliche Gesundheitsdienst «wieder seine Kernaufgaben ausführen kann». So eine Situation dürfe sich nicht wiederholen. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte kürzlich die Besetzung vakanter Stellen in den Gesundheitsämtern der Bezirke angemahnt.
Corona-Studie
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Große Berliner Corona-Studie

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 18. Juni 2020 08:58 Uhr

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