Proteste von Extinction Rebellion: keine Massenblockaden

Proteste von Extinction Rebellion: keine Massenblockaden

Mit zivilem Ungehorsam, aber ohne Massenblockaden wollen die Umweltschützer von Extinction Rebellion ihre angekündigten Protestaktionen für mehr Klimaschutz abhalten.

Aktion von Extinction Rebellion in Berlin

© dpa

Aktivistinnen und Aktivisten von Extinction Rebellion (XR) haben Teile des Wassers in der Spree im Berliner Regierungsviertel bei der Aktion "Kohle vergiftet" mit dem Farbstoff Uranin giftgrün gefärbt, um auf die weitreichenden Schäden der Kohleförderung für Mensch und Umwelt aufmerksam zu machen.

Das kündigten Vertreter der Organisation am Freitag in Berlin an. In rund 45 Städten in Deutschland seien bis zum 21. Juni kleinere Aktionen des «zivilen Ungehorsams» unter dem Titel «Rebellion Wave» geplant. So wolle man die Öffentlichkeit aufrütteln und Regierung und Wirtschaft unter Druck setzen.

Keine Straßenblockaden in Berlin geplant

«Wir stehen kurz vor dem Abgrund. Wir brauchen eine Neuausrichtung der Politik und ein klares Bekenntnis zum Wandel», sagte die Sprecherin Annemarie Botzki mit Blick auf den Klimawandel. Als Beispiel für Städte, in denen Proteste geplant seien, nannte sie Berlin, Hamburg, München, Dresden, Leipzig und Göttingen. Wegen der Corona-Pandemie habe man allerdings die eigentlich für Mai vorgesehenen Planungen geändert. «Es wird diesmal keine Straßenblockaden mit Tausenden Menschen geben.»

Motto: «Wir blockieren die Blockierer»

Ein Motto laute aber trotzdem: «Wir blockieren die Blockierer», sagte Botzki. Neben offiziell angemeldeten Demonstrationen werde es auch nicht angemeldete Proteste, über die man derzeit noch nichts verraten wolle, geben. Sprecher Tino Pfaff sagte: «Wir lassen uns selber überraschen.» Statt großer Blockaden könnten sich auch «10 oder 20 Leute irgendwo festketten». Ziele seien die Politik, die Konzerne und die Wirtschaftslobby. Im Internet soll es begleitend eine «digitale Rebellion» geben, an der sich jeder beteiligen könne.

Demonstrationen auch auf der Spree angekündigt

Am Montag (15. Juni 2020) ab 10 Uhr will Extinction Rebellion eine 24-Stunden-Kundgebung vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin abhalten. Zwei Demonstrationszüge sollen sich dorthin bewegen. Dann gibt es Reden und Aufführungen. Auch in Nordrhein-Westfalen soll es an dem Tag Proteste geben. Am Samstag nächster Woche (20. Juni 2020) sind dann Demonstrationen auf dem Wasser angekündigt. An vielen Stellen auf der Spree in Berlin und auf Kanälen werde man dann Boote sehen, hieß es.
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Extinction Rebellion färbt die Spree grün

Bereits am Donnerstag hatten Mitglieder von Extinction Rebellion das Wasser der Spree im Berliner Regierungsviertel und in Zerre in der Lausitz sowie die Rur im nordrhein-westfälischen Düren grün gefärbt. Das sollte ein Zeichen gegen die Verschmutzung von Flüssen durch den Kohleabbau sein. Extinction Rebellion trat zuletzt immer wieder mit aufsehenerregenden Aktionen in Erscheinung. In Berlin hatten sich Anfang Oktober 2019 mehrere Tausend Menschen an einer Aktionswoche mit sogenannten Flashmobs, Fahrraddemonstrationen und Brücken- und Straßenblockaden beteiligt.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 12. Juni 2020 14:27 Uhr

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