Kalayci über Thüringen: Pandemie noch nicht vorbei

Kalayci über Thüringen: Pandemie noch nicht vorbei

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat die Ankündigung von weitreichenden allgemeinen Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Thüringen kritisch kommentiert.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci

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Dilek Kalayci (SPD), Berliner Gesundheitssenatorin, spricht bei einer Plenarsitzung im Berliner Abgeordnetenhaus.

«Ich kann nur sagen: Vorsicht, die Pandemie ist noch nicht vorbei», sagte sie am 25. Mai 2020 im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Drei Punkte seien unverzichtbar: das Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 Metern, das Tragen von Masken und die Kontaktbeschränkungen. Daneben sei die Einhaltung von Hygieneregeln wichtig.
Zur Situation in Berlin betonte die Senatorin, man dürfe sich auf den niedrigen Infektionszahlen nicht ausruhen. Experten gingen von einer zweiten Welle aus. Wie sich das neue Virus über den Sommer verhalte, sei nicht bekannt. Angenommen werde, dass bisher nur ein geringer Anteil der Bevölkerung mit Sars-CoV-2 in Kontakt gekommen ist. Es sei davon auszugehen, dass mit einer Zunahme der Kontakte - auch durch die Lockerungen - die Infektionszahlen wieder steigen könnten.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften zu verzichten. Damit würden Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Anstatt dieser Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch.
Dilek Kalayci
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 25. Mai 2020 12:26 Uhr

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