Mindestens 16 Corona-Fälle in Flüchtlingsheim

Mindestens 16 Corona-Fälle in Flüchtlingsheim

In einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Buch haben sich mindestens 16 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Insgesamt stehen 82 der 407 Bewohner der Unterkunft derzeit unter Quarantäne, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Integration am 21. Mai 2020 der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Corona-Test-Einrichtung

© dpa

Mitarbeiter vom Gesundheitsamt stehen in der ambulanten Corona-Test-Einrichtung.

Das zuständige Gesundheitsamt Pankow veranlasste den Angaben nach am Mittwoch weitere Abstriche unter den Kontaktpersonen der Infizierten. Die Ergebnisse lagen am Donnerstag noch nicht vor. Außerdem sollen weitere Kontakte identifiziert werden.

39 Bewohner in gesonderter Quarantäne-Unterkunft

Keiner der Erkrankten müsse derzeit im Krankenhaus behandelt werden, hieß es. 13 der 16 Infizierten und 30 weitere Angehörige und Kontaktpersonen befinden sich demnach in häuslicher Quarantäne in der Unterkunft, da ihre Wohnungen über separate Sanitärbereiche verfügen und einfach zugänglich sind. Sie werden von Caterern versorgt und können etwa Hygienegegenstände über den Betreiber bestellen. 39 Bewohner, die im Rahmen des Heims in Buch nicht isoliert werden konnten, zogen am Mittwoch in eine gesonderte Unterkunft für Quarantänefälle an der Buchholzer Straße in Pankow. Dort übernehmen laut der Senatsverwaltung mehrsprachige Ärzte und Pflegekräfte die Betreuung. In den Apartments der sogenannten Tempohomes haben die Bewohner den Angaben nach ein separates Bad und Küche.
Derzeit leben laut Senatsverwaltung etwa 20 000 Menschen in den Flüchtlingsunterkünften des Landes. Von ihnen seien seit Beginn der Pandemie insgesamt 104 Bewohner positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Aktuell gebe es in Berliner Unterkünften 27 positiv getestete Personen, hieß es weiter am Donnerstag.

Entzerrungsstrategie solle Ausbreitung des Virus unter Flüchtlingen verhindern

Der Senat versucht mit einer Reihe von Maßnahmen, die Ausbreitung des Covid-19-Virus in Flüchtlingsunterkünften einzudämmen. So soll etwa in Unterkünften mit zentraler Essensversorgung nicht mehr in einem Speisesaal gegessen werden. Im Rahmen einer sogenannten Entzerrungsstrategie werden außerdem Familien mit Angehörigen der Covid-19-Risikogruppen, etwa älteren oder vorerkrankten Menschen, neue Unterkünfte angeboten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 22. Mai 2020 08:53 Uhr

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