Geisel über Profivereine: «Müssen das am Leben erhalten»

Geisel über Profivereine: «Müssen das am Leben erhalten»

Berlins Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) will sich bei einem Runden Tisch am 19. Mai mit den Proficlubs der Hauptstadt über die schwierige Situation während der Corona-Krise austauschen. Das kündigte der 54-Jährige in einem Interview der «Berliner Zeitung» (Montag) an. «Dort wollen wir über Wege aus der Krise sprechen», sagte Geisel, der die Bedeutung der Vereine für Berlin hervorhob: «Wenn wir 2021 wieder Steuereinnahmen haben wollen wie 2019, dann brauchen wir diese Sportvereine. Weil sie Leben, Touristen und damit auch wirtschaftliche Kraft in die Stadt bringen. Und wenn wir das wollen, dann müssen wir uns engagieren.»

Andreas Geisel (SPD)

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Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin.

Zwar sprach Geisel erneut von einem Rettungsschirm von insgesamt etwa zwei bis drei Millionen Euro für Vereine wie Alba, Eisbären, Volleys oder Füchse, stellte aber auch klar: «Wir können nicht mit öffentlichen Mitteln die Profimannschaft direkt finanzieren.» Doch bei den Alba-Basketballern würden rund 12 000 Kinder und Jugendliche in der Nachwuchsarbeit betreut. «Sollen wir das zusammenbrechen lassen? Nein! Das können wir nicht tun. Deshalb müssen wir da rein und das am Leben erhalten», sagte Geisel.
«Wir können doch nicht sagen, bei Sonnenschein und in guten Tagen freuen wir uns an der Sportmetropole, zeigen uns überall, freuen uns über die Steuereinnahmen, lassen aber die Klubs in schlechten Zeiten hängen – das geht nicht», betonte der SPD-Politiker. Gerade in dieser Zeit sei Solidarität wichtig, denn bis mindestens 24. Oktober dürfen Sportveranstaltungen in Berlin nur ohne Zuschauer stattfinden. «Und noch mal: Damit ist nicht die Absicherung eines Millionengehalts im Fußball gemeint», sagte Geisel.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 11. Mai 2020 11:34 Uhr

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