Senat sieht neue Obergrenze für Infektionszahlen skeptisch

Senat sieht neue Obergrenze für Infektionszahlen skeptisch

Wenn in einem Berliner Bezirk die neue Obergrenze für Infektionszahlen erreicht werden sollte, müssen Lockerungen nach Ansicht des Senats berlinweit zurückgenommen werden.

Coronavirus-Darstellung

© dpa

Eine 3D-Darstellung eines Coronavirus.

«Wenn wir Maßnahmen zurückdrehen müssen, wenn wir Infektionszahlen erreichen, die als Stoppsignal zu werten sind, dann wird das flächendeckend für Berlin eingeführt werden müssen», sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Donnerstagabend. «Das war auch der Grund, warum gestern in der Diskussion der Ministerpräsidentenkonferenz die drei Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen diese Regelung nicht so ausdrücklich begrüßt haben», sagte Geisel.
Bund und Länder hatten am Mittwoch neben weiteren Lockerungen von Alltags-Beschränkungen ein stärker regional ausgerichtetes Vorgehen beschlossen. Dazu gehört eine Art Notfallmechanismus. Demnach soll in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werden.
Aus Berliner Sicht ist das nicht sehr praktikabel. Geisel betonte, der Senat teile die Ansicht, dass die Zahl gar nicht erst erreicht werden dürfe. «Wir müssen früher eingreifen, wir können nicht so lange warten.» Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) ergänzte, das Ziel sei, Maßnahmen nicht flächendeckend zurücknehmen zu müssen. Es sei wichtig, Infektionsherde so frühzeitig zu identifizieren, dass es möglich sei, zügig zu agieren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 7. Mai 2020 22:24 Uhr

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