Extra Station für gesundheitlich geschwächte Gefangene

Extra Station für gesundheitlich geschwächte Gefangene

In den Berliner Gefängnissen hat nach Einschätzung der Justizverwaltung jeder vierte Inhaftierte gesundheitliche Schwächen. Gefangene mit einem hohen Risiko für eine Neuerkrankung seien älter als 65 Jahre und hätten etwa bereits Diabetes oder Herzerkrankungen, wie ein Sprecher der Justizverwaltung mitteilte. Wegen der Corona-Pandemie sei ein Konzept zum Umgang mit gesundheitlich anfälligen Gefangenen erstellt worden.

JVA Tegel

© dpa

Sicherheitsleuchten und Überwachungskameras sind vor einem Gebäude auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Tegel zu sehen.

Als Menschen der höchsten Risikogruppe wurden Inhaftierte etwa mit Tumorerkrankungen im höheren Lebensalter eingestuft. Eine akute Immunabwehrschwäche gelte aber unabhängig vom Lebensalter als hohes Risiko, an Corona zu erkranken.
Derzeit wird laut Justizverwaltung im Gefängnis Tegel eine extra Isolier-Station eingerichtet, in der langfristig Gefangene der höchsten Risikostufe leben sollen. Anliegen sei, bei diesen infektgefährdeten Menschen eine Ansteckung mit Krankheitserregern von vornherein zu vermeiden. Sie sollen extra Freistunden bekommen, nicht arbeiten müssen und von erfahrenen, nicht wechselnden Justizbediensteten betreut werden.
Derzeit müsse noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit Betroffene dorthin wechselten, sagte der Sprecher. Vielleicht seien die in Aussicht gestellten Hafterleichterungen ein Anreiz, dorthin zu wechseln.
Derzeit sitzen in den Berliner Haftanstalten rund 3200 Gefangene. In den Gefängnissen wurden insgesamt 375 Haftplätze speziell für Isolierung und Quarantäne eingerichtet. Bislang gab es laut Justizverwaltung im geschlossenen Vollzug noch keine Corona-Infektion.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 3. Mai 2020 09:26 Uhr

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