«Situation ist fragil»: Geisel warnt vor Sorglosigkeit

«Situation ist fragil»: Geisel warnt vor Sorglosigkeit

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat vor Sorglosigkeit in der Corona-Krise gewarnt. «Die Wahrscheinlichkeit, dass die Infektionszahlen wieder nach oben gehen, dadurch dass sich wieder Menschen treffen, dass wir Schulen und Kindertagesstätten wieder in Betrieb nehmen, ist sehr groß», sagte er am 28. April 2020 nach der Sitzung des Berliner Senats.

Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin, bei einer Sitzung

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Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin, nimmt an einer Senatssitzung teil.

Es müsse sehr genau beobachtet werden, wie sich die Situation entwickele. Die ersten Schritte zur Lockerung der Eindämmungsverordnung seien ein Weg, mit Corona zu leben. Aber die Situation sei nach wie vor fragil. «Die denkbar schlechteste Lösung wäre, dass die Zahlen so nach oben gehen, die Infektionsgeschwindigkeit sich wieder so stark erhöht, dass man wieder bestimmte Regelungen zurücknehmen muss», sagte Geisel. Das wolle und müsse man vermeiden. «Aber das funktioniert nur, wenn wir alle im Kopf wissen: Achtung, Abstand ist das Gebot der Stunde.»
Am Dienstag hatte sich bereits der Präsident Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, mit einem Appell an die Bevölkerung gewandt. Es gelte, sich weiter an die gültigen Regeln zu halten. «Wir wollen nicht, dass wir wieder mehr Covid-19-Fälle haben.» Es gelte, weiter so weit wie möglich zuhause zu bleiben, sich an die Kontaktbeschränkungen zu halten, mindestens eineinhalb Meter Abstand zu halten und wo das schwer möglich sei, einen Nase-Mund-Schutz zu tragen.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 29. April 2020 08:23 Uhr

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