GEW kritisiert «chaotische Situation» an Berliner Kitas

GEW kritisiert «chaotische Situation» an Berliner Kitas

Aus Sicht der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist die Situation an vielen Berliner Kitas «chaotisch». Es fehlten klare Vorgaben der Senatsbildungsverwaltung zur Umsetzung der Notbetreuung in den Kindertagesstätten, teilte die Berliner GEW am Donnerstag mit. Die Mitarbeiter in der Notbetreuung würden bei ihren Entscheidungen alleine gelassen, so die Berliner GEW-Vorsitzende Doreen Siebernik.

Kita

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Rucksäcke der Kinder hängen in einer Kita.

«Wir wissen von Arbeitgebern, die verbieten ihren Kolleginnen und Kollegen das Tragen von Gesichtsmasken, und andere wiederum verlangen dies sogar», sagte Siebernik. «Wenn sich Erzieherinnen und Erzieher mehr mit dem Infektionsschutz als mit der pädagogischen Arbeit befassen müssen, dann läuft etwas schief.»
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weist darauf hin, dass ab Montag der Kreis der Berechtigten für eine Notbetreuung ausgeweitet wird und dann wieder erheblich mehr Kinder in den Kitas erwartet werden. «Je nach Einrichtung könnte es passieren, dass über 70 Prozent der Kinder wieder in die Kita dürfen», so die Gewerkschafter. «Das würde auch bedeuten, dass wieder mehr Personal eingesetzt werden muss.»
Die Ausweitung der Betreuungsangebote setze allerdings voraus, dass alles getan werde, um die Gesundheit der Beschäftigten und der zu betreuenden Kinder zu schützen. «Wir halten es für notwendig, dass zum Beispiel Reinigungs- und Desinfektionsintervalle verkürzt werden und dass dem Thema Infektionsschutz mehr Beachtung gewidmet wird», so die stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann.
Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat den Trägern bereits in zwei Schreiben Empfehlungen zum Gesundheitsschutz beim Kita-Betrieb in Corona-Zeiten gegeben. So soll die Betreuung in möglichst kleinen Gruppen stattfinden, was je nach räumlicher Situation unterschiedlichste organisatorische Maßnahmen erfordere. Denkbar seien Vormittags- und Nachmittagsgruppen oder eine Betreuung an versetzten Wochentagen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 23. April 2020 13:50 Uhr

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