Großteil der Berliner Kleingärten langfristig sicher

Großteil der Berliner Kleingärten langfristig sicher

Der allermeisten der rund 71 000 Berliner Kleingärten sind für die das neue Jahrzehnt oder darüber hinaus in ihrem Bestand gesichert. Lediglich 473 Parzellen, die einen Anteil von 0,5 Prozent an der gesamten Kleingartenfläche haben, müssen bis 2030 für Schulen, Sporthallen, Kitas oder Infrastrukturprojekte weichen. Das geht aus dem überarbeiteten Kleingartenentwicklungsplan hervor, den der Senat am Dienstag zur Kenntnis nahm.

Aktuell gibt es in Berlin 877 Kleingartenanlagen mit 70 953 Parzellen auf rund 2900 Hektar. Für vier Fünftel dieser Fläche - 82 Prozent - wird in dem Plan eine hohe bis sehr hohe Bedeutung etwa für das Stadtklima und eine wohnortnahe Versorgung mit Grünanlagen festgestellt. Sie sollen daher dauerhaft bestehen bleiben.
Für weitere 9,6 Prozent - 6915 Parzellen in 149 Kleingartenanlagen auf landeseigenen Flächen - wird der bislang bis Ende 2020 geltende Bestandsschutz bis 2030 verlängert. Darunter sind 1240 Parzellen in 20 Anlagen, die später womöglich für Wohnungsbau in Frage kommen. Weitere gut sieben Prozent der Kleingartenflächen befinden sich auf privatem Grund, zum Beispiel im Eigentum der Deutschen Bahn.
Die Laubenpieper, die ihren Garten auf landeseigenem Grund in den kommenden Jahren verlieren, erhalten den Angaben zufolge eine Entschädigung. Ihnen werde zudem angeboten, eine Ersatzfläche zu pachten. Von Räumung betroffen sind unter anderem Kleingärtner im Bereich der Rudolf-Wissell-Brücke, die aufwendig neu gebaut werden soll. Nicht auszuschließen sei, dass zusätzlich zu den insgesamt 473 betroffenen Kleingärten in mehreren Stadtteilen noch einige weitere weichen müssten für soziale und verkehrliche Projekte, deren Realisierung heute noch unklar ist.
«Berlins Kleingärten sind ein ganz besonderes Stück Stadtgrün - unverzichtbar für die Menschen und für eine lebenswerte Stadt», sagte Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. «Der neue Kleingartenentwicklungsplan zeigt eindrücklich die herausragende Bedeutung der Berliner Anlagen anhand klarer Bewertungskriterien.» Ziel des Senats sei eine langfristige Perspektive für die Kleingärten in einem wachsenden Berlin, damit sie der ganzen Stadt dauerhaft zugutekommen könnten.
Der Kleingartenentwicklungsplan wurde Günther zufolge in einem umfassenden Beteiligungsprozess im Austausch mit Kleingartenverbänden, anderen Interessengruppen, Politik und Behörden erarbeitet. Nun können die Bezirksbürgermeister dazu Stellung nehmen, eher er im Senat beraten und beschlossen wird.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 21. April 2020 12:39 Uhr

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