Bildungsforscher: Abiturprüfungen sollten stattfinden

Bildungsforscher: Abiturprüfungen sollten stattfinden

Der Soziologe und Bildungsforscher Klaus Hurrelmann ist dafür, die Abiturprüfungen in jedem Fall stattfinden zu lassen. Sie abzusagen, sei den jungen Leuten, die 12 oder 13 Jahre zur Schule gegangen seien, nicht zuzumuten, sagte Hurrelmann, der an der Hertie School in Berlin lehrt. «Es ist ein Schulabschluss von hohem Prestige, der einen enormen biografischen Stellenwert hat. Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn die Prüfungen nicht stattfinden sollten.» Entsprechende Forderungen haben etwa der Landesschüleraussschuss, die Berliner FDP- und die Linke-Fraktion erhoben.

Klaus Hurrelmann

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Der Soziologe und Bildungsforscher Klaus Hurrelmann.

Allerdings könne keiner garantieren, wann die Schulen wieder öffneten und wie der Ablauf der Prüfungen gewährleistet werden könne. «Wir wissen es einfach nicht», sagte Hurrelmann. Es sei nicht auszuschließen, dass die Schulen noch wochenlang geschlossen seien. Vor diesem Hintergrund wäre es aus Hurrelmanns Sicht gut, die Abschlussprüfungen auf einen möglichst späten Zeitpunkt etwa im Juni oder Juli festzulegen - bundesweit einheitlich.
Eine Alternative sei, eine «pragmatische Lösung in Krisenzeiten» zu finden, ein Abitur auf Basis der bereits erbrachten Leistungen. Darauf basiere schließlich der Großteil der Abiturnote. Die Abiturprüfungen machten zwischen einem Fünftel und einem Drittel der Abschlussnote aus. Allerdings müssten sich auch in diesem Fall alle Bundesländer auf einheiliches Vorgehen verständigen, sagte Hurrelmann. «Das wäre das Allerklügste.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 15. April 2020 17:50 Uhr

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