Berliner Reaktionen auf Thüringen-Wahl

Berliner Reaktionen auf Thüringen-Wahl

Der Ausgang der Thüringen-Wahl mit dem Wahlsieger Linke, der AfD laut Hochrechnungen auf Platz zwei, einer abgesackten CDU und einstelligen Werten vor SPD und Grüne wird in Berlin unterschiedlich bewertet.

SPD-Fraktionschef Raed Saleh: «Das Ergebnis der SPD ist eine Katastrophe und tut extrem weh. Nachdem die CDU eine Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossenen hat, bleibt nur die Spandau- Koalition. Bei uns im Bezirk arbeitet Rot-Rot-Grün seit fünf Jahren verlässlich mit der FDP zusammen. (...) Das ist sicher keine Liebesheirat. Aber in schwierigen Zeiten müssen die Demokraten für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger manchmal auch ungewöhnliche Wege gehen.»
CDU-Fraktionschef Burkard Dregger: «Es ist leider ein enttäuschendes Ergebnis für die Union trotz des harten, unermüdlichen Einsatzes von Mike Mohring. Dass am Ende Rot-Rot-Grün abgewählt wurde und damit kein Zukunftsmodell ist, ist aber zweifellos auch sein Verdienst. Der Vertrauensverlust muss für uns ein Weckruf sein, für die CDU wie auch für die Große Koalition.»
CDU-Landesvorsitzender Kai Wegner: «Thüringen sendet Schockwellen durch die Republik. Gegen die Ränder von links und rechts ist keine Mehrheit möglich. Jetzt dürfen wir nicht zur Tagesordnung übergehen. (...) In Thüringen steht nun eine schwierige Koalitionsbildung an. Für die CDU muss weiter klar sein: Keine Koalition mit der Linkspartei und der AfD.»
AfD-Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski: «Die AfD setzt ihr Wachstum trotz massivem Gegenwind fort. Wir sind den Wählern in Thüringen dankbar für dieses unmissverständliche Votum. Nun liegt es am Endergebnis und an den anderen Parteien, wie sie sich entscheiden: Für eine Einbindung des Wahlsiegers AfD und damit für eine stabile bürgerliche Regierung mit CDU und gegebenenfalls FDP. Oder gegen den Willen der Wähler für eine nationale Front unter Führung der SED-Nachfolger gegen die AfD.»
Grünen-Landeschef Werner Graf: «Wir wünschen allen demokratischen Parteien viel Kraft bei der Regierungsbildung. Mit großer Sorge beobachten wir den weiteren Zulauf zu rechtsextremen Kräften. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt zusammenstehen. Die Mehrheit der Menschen in Thüringen hat ihr Kreuz bei demokratischen Parteien gemacht. Gemeinsam müssen wir auch weiterhin für Demokratie, Vielfalt und Solidarität kämpfen und zeigen: Wir sind mehr!»
Linke-Landesvorsitzende Katina Schubert bei Twitter: «Die Stimmen für die AfD sind bitter. Dagegen heißt es Solidarität, Antifaschismus, Antirassismus und Politik sozialer Gerechtigkeit». Zum Linke-Wahlsieg: «Ich freue mich riesig.»
Vize-Bürgermeisterin Ramona Pop (Grüne) bei Twitter: «Die AfD ist ein täglicher Angriff auf unsere liberale Demokratie und offene Gesellschaft. Wir Demokrat*innen müssen zusammenstehen und die Freiheit und unser offenes Europa verteidigen. Danke an @Gruene_TH für ihren starken Wahlkampf und Engagement gegen Rechts.»
Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek bei Twitter: «Herzlichen Glückwunsch, @bodoramelow zum klaren Wahlsieg in Thüringen......aber auch große Anerkennung für einen sehr geschlossen Wahlkampf der @Gruene_TH, @AnjaSiegesmund & @GruenerDirk! Das ist dennoch kein Wahlabend zum Feiern.»
Vize-Bürgermeister Klaus Lederer (Linke) bei Twitter: «Meinen herzlichen Glückwunsch an @die_linke_th, @bodoramelow und @SusanneHennig zum super Wahlergebnis!»
Sawsan Chebli (SPD), Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement, bei Twitter: «24% der Menschen in Thüringen haben einen Mann gewählt, der nach einem Gerichtsurteil als «Faschist» bezeichnet werden darf. Diese Leute haben ihr demokratisches Wahlrecht benutzt, um demokratische Grundprinzipien abzuschaffen. Bin erschüttert.»
Julian Mieth (Grüne), stellvertretender Senatssprecher, bei Twitter: «Ist das bitter. Wie war das nochmal: nie wieder? Und dann wählt ein Viertel Rechtsextremisten?»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 27. Oktober 2019 19:31 Uhr

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