Gespräche mit Wissenschaftlern über Kolonialobjekte

Gespräche mit Wissenschaftlern über Kolonialobjekte

Nach der Forderung für eine rasche Öffnung der Museumsinventare will die Politik direkt mit den Wissenschaftlern über den Umgang mit Kolonialobjekten sprechen. Die Initiatoren eines Appells sollten in die Arbeitsgemeinschaft von Bund und Ländern eingeladen werden, die sich mit dem Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten befasse, sagte der Vorsitzende der Kulturministerkonferenz, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD), der dpa am Donnerstag. «Dann kann im direkten Gespräch geklärt werden, wie wir möglichst gut und schnell vorankommen.» Dies gehe am besten, wenn Politik, Wissenschaft, Museen und Zivilgesellschaft in Deutschland und den Herkunftsgesellschaften zusammenarbeiteten.

Verleihung des Douglas-Sirk Preises

© dpa

Carsten Brosda (SPD), Kultursenator Hamburgs, hält eine Rede.

Die Rückgabe von Kolonialobjekten soll aus Sicht internationaler Wissenschaftler durch eine rasche Öffnung der Museumsinventare gefördert werden. In dem am Donnerstag veröffentlichten Appell an die Kulturminister von Bund und Ländern fordern sie dafür «unbeschränkten und unkontrollierten Zugang» zu den Bestandsverzeichnissen.
Die Zahl der möglicherweise in kolonialen Zusammenhängen nach Deutschland gelangten Stücke ist sehr hoch. Allein beim Ethnologischen Museum der von Bund und Ländern getragenen Stiftung Preußischer Kulturbesitz geht es um eine halbe Million Objekte.
Der Appell ist unterzeichnet etwa von der in Berlin lehrenden Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy, dem Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer und dem senegalesischen Ökonomen Felwine Sarr. Savoy und Sarr hatten in einem Aufsehen erregenden Bericht für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfohlen, aus der Kolonialzeit stammende Kunstwerke an die Herkunftsländer in Afrika zurückzugeben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 17. Oktober 2019 14:10 Uhr

Weitere Meldungen