Fünf Pegida-Demonstranten in Rigaer Straße: Großeinsatz

Fünf Pegida-Demonstranten in Rigaer Straße: Großeinsatz

Fünf Anhänger von Pegida München haben am Samstagabend in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain demonstriert - beschützt von 280 Polizisten. Auch 200 Gegendemonstranten waren vor Ort, wie eine Polizeisprecherin am Samstag sagte. Sie hatten sich an der Ecke zur Pettenkofer Straße versammelt - in etwa 50 Metern Entfernung zur Kundgebung des fremdenfeindlichen Bündnisses. Von Zwischenfällen war zunächst nichts bekannt.

Pegida aus Bayern protestiert in Berlin

© dpa

Polizei unweit der Rigaer Straße gegenüber Demonstranten, die gegen eine Pegida-Veranstaltung protestierten.

Die fünf Demonstranten hatten am Abend ein Gerüst in der Rigaer Straße aufgebaut. Dort war laut Polizeiangaben zunächst ein Plakat zu sehen mit der Aufschrift «Neofaschisten nennen sich heute Antifa. Antifa verbieten.» Angemeldet wurde die Veranstaltung den Angaben zufolge von Pegida München.
Es sei nicht geplant, dass die Kundgebung noch weiterziehe, sagte die Polizeisprecherin. Die Veranstaltung sollte noch bis Mitternacht dauern. Man rechne auch damit, dass das Gerüst noch in der Nacht abgebaut werde.
Bereits am Vortag hatten fünf Anhänger von Pegida München im Görlitzer Park in Kreuzberg eine Kundgebung veranstaltet - ebenfalls unter größerem Polizeiaufgebot und im Beisein von Dutzenden Gegendemonstranten. Der Park ist bekannt wegen des Drogenhandels. Seit Jahren stehen dort Dutzende Dealer, meist afrikanischstämmige Männer, und verkaufen vor allem Marihuana.
Im Görlitzer Park hatten die Pegida-Anhänger zu einem späteren Zeitpunkt auch einen Film abgespielt. Auch bei dieser Demonstration kam es den Angaben zufolge zu keinen Zwischenfällen oder Auseinandersetzungen.
Die Umgebung der Rigaer Straße 94 und der benachbarten Adresse Liebigstraße 34 ist in Berlin als Konfliktherd bekannt. Dort kommt es öfters zu Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Polizei. Vermummte Täter greifen dort immer wieder Polizisten an, werfen mit Steinen und Farbbeuteln und beschädigen Autos. Die Pegida-Kundgebung sei jedoch rund einen Kilometer von diesen prominenten Punkten entfernt, hieß es. Dies sei eine Auflage für die Genehmigung gewesen.
Weitere Veranstaltung oder Kundgebungen der Pegida-Anhänger seien in Berlin vorerst nicht angemeldet, sagte die Polizeisprecherin. Das fremdenfeindliche Bündnis Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) wurde 2014 in Dresden gegründet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 5. Oktober 2019 21:46 Uhr

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