Opposition fordert Neubau gegen Wohnungslosigkeit in Berlin

Opposition fordert Neubau gegen Wohnungslosigkeit in Berlin

Wie viele Wohnungslose es in Berlin gibt, ist nicht klar. Fachleute gehen von gestiegenen Zahlen aus. Die Opposition sieht vor allem ein Problem bei der Wohnungslosigkeit.

Berlin (dpa/bb) - Oppositionspolitiker im Berliner Abgeordnetenhaus fordern im Kampf gegen die Wohnungslosigkeit in der Hauptstadt mehr Neubau. Die beste Wohnungslosenhilfe bestehe im Wohnungsneubau, sagte der CDU-Abgeordnete Maik Penn am Donnerstag in der Plenarsitzung im Abgeordnetenhaus. «Jede zusätzliche Wohnung hilft.» Er forderte die rot-rot-grüne Koalition auf, ein Bündnis für Mieten und Neubau zu bilden, den Bestand von landeseigenen Wohnungen aufzustocken und innerstädtische Hochhäuser zu schaffen.
Auch FDP und AfD griffen in der Aktuellen Stunde zur Wohnungslosenpolitik ebenfalls den Bereich Wohnen auf. Der FDP-Abgeordnete Thomas Seerig warf der Koalition vor, für eine verschärfte Problemlage zu sorgen. Es müsse mehr Neubau und Stadtverdichtung geben, betonte er. Der AfD-Abgeordnete Herbert Mohr sagte, dass aus Mangel an Sozialwohnungen Wohnungslosigkeit entstehe.
Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) konterte und sprach von einer «Milchmädchenrechnung». «Das Problem ist viel vielschichtiger», sagte sie.
Unlängst hatte der Senat die Wohnungslosenpolitik mit neuen Leitlinien überarbeitet. Dort sind Vorhaben aufgelistet, um Hilfsangebote für Wohnungs- und Obdachlose zu verbessern und stadtweit besser zu koordinieren. Geplant ist etwa, die Zahl der ganzjährig verfügbaren Notübernachtungsplätze für obdachlose Menschen von derzeit 230 auf 600 zu erhöhen. Wie viele Obdachlose es in Berlin gibt, ist nicht klar. Schätzungen gehen von mehreren Tausend aus. Ende Januar 2020 soll es eine Zählung geben.
Senatorin Breitenbach betonte, dass sich die Struktur der Obdachlosigkeit in der Hauptstadt verändert habe und darauf die Wohnungslosenhilfe bislang nicht eingestellt gewesen sei. Deshalb gebe es die neuen Leitlinien.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 12. September 2019 12:40 Uhr

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