Häftlinge bleiben wegen Personalmangel länger eingeschlossen

Häftlinge bleiben wegen Personalmangel länger eingeschlossen

Wegen Personalmangels bleiben die mehr als 550 Inhaftierten im Gefängnis Heidering derzeit länger eingeschlossen als sonst. Die Zeiten, in denen die Hafträume geöffnet sind, seien aber trotzdem noch länger als in vielen anderen Bundesländern, teilte ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Justiz am Montag mit. Er sprach angesichts der Personalsituation von «Altlasten der von der CDU mitgetragenen Sparbeschlüsse», die abgearbeitet würden. Zuvor hatten die Zeitungen «Bild» und «B.Z.» berichtet.

JVA Heidering

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Blick durch vergitterte Fenster in der Justizvollzugsanstalt Heidering. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Laut Behörde waren Ende Juni in der JVA Heidering 10,5 von 180,5 Stellen im Allgemeinen Vollzugsdienst und Werkaufsichtsdienst unbesetzt. Dies stelle für die Mitarbeiter eine «Herausforderung» dar, man wolle Abhilfe schaffen, erklärte der Sprecher. Veränderte Schließzeiten seien ein erster Schritt. Ziel sei, eine spürbare Entlastung bis September zu erreichen. Kurzfristig solle zum Beispiel Verstärkung aus anderen Anstalten kommen. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) will sich laut Angaben am Mittwoch in Heidering mit der Anstaltsleitung und der Personalvertretung treffen.
Die Gewerkschaft Strafvollzug beklagte vor einiger Zeit, dass der Hauptstadt neu ausgebildete Mitarbeiter für die Gefängnisse weglaufen. Ein Teil gehe sofort nach der Ausbildung in andere Bundesländer oder zum Bund, weil dort besser bezahlt werde, sagte der Landesvorsitzende Thomas Goiny der Deutschen Presse-Agentur im April. Immer wieder müssten gerade in den Männer-Haftanstalten Tegel, Heidering, Plötzensee oder Moabit Hofgänge und Besuchszeiten für Inhaftierte gekürzt werden, weil das Personal nicht reiche, hieß es.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 29. Juli 2019 15:30 Uhr

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