Özil-Debatte war im Berliner Fußball «schnell wieder weg»

Özil-Debatte war im Berliner Fußball «schnell wieder weg»

Ein Jahr nach dem Nationalmannschafts-Rücktritt von Mesut Özil ist die Integrationsdebatte zumindest im Berliner Fußball schnell wieder durch aktuelle Probleme verdrängt worden. Es gehe eher darum, «konstant unsere Aufgabe wahrzunehmen», sagt Gerd Liesegang, Vizepräsident des Berliner Fußball-Verbandes (BFV), und verweist etwa auf die Integration von Flüchtlingen in Berliner Vereinen.

Mesut Özil

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Mesut Özil gestikuliert. Foto: Ariana Ruiz/Pi/Prensa Internacional via ZUMA/Archivbild

In der abgelaufenen Saison 2018/19 habe es sogar weniger gemeldete rassistisch motivierte Vorfälle oder Abbrüche in Berlin gegeben. Sechs Vorfälle im Erwachsenenbereich und vier im Jugendbereich registrierte der BFV. Da etwa ein Drittel der knapp 150 000 BFV-Mitglieder einen Migrationshintergrund hat, sei Berlin eine «standhafte Domäne», sagte Liesegang. Rassismus spielt seiner Ansicht nach im Osten Deutschlands eine größere Rolle.
Überhaupt gebe es in Berlin seit Jahren stetig weniger Spielabbrüche, zuletzt noch 52. Dafür bereitet Liesegang der aggressiver und rauer gewordene Umgangston große Sorgen, er beobachtet zumindest verbal «niedriger werdende Hemmschwellen».
Der Integrationsbeauftragte des BFV, Mehmet Matur, sieht ein großes Problem darin, dass «Herkunft, Kultur und Nationalität ständig betont werden». Das grenze doch bereits aus. Rund um das umstrittene Treffen von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan habe es vor allem der Deutsche Fußball-Bund versäumt, schnell zu reagieren und die Spieler gegen rassistische Anfeindungen zu verteidigen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 19. Juli 2019 05:30 Uhr

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