FDP im Bundestag entdeckt die Nandus für sich

FDP im Bundestag entdeckt die Nandus für sich

Wölfe sind im Bundestag inzwischen des Öfteren ein Thema - die FDP-Bundestagsfraktion hat jedoch ein ganz anderes Tier für sich entdeckt: Nandus, straußähnliche Laufvögel, die eigentlich in Südamerika beheimatet sind. Seit ein paar Jahren gibt es allerdings auch ein wildlebendes Vorkommen im Grenzgebiet zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Nandus

© dpa

Nandus sind auf einem Rapsfeld unterwegs. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv

In einer kleinen Anfrage mit nicht weniger als 16 Fragen verlangt die FDP-Fraktion genaue Auskunft von der Bundesregierung. Zum Beispiel: «Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Population des Nandus in Deutschland in den Jahren 2014 bis 2019 jeweils entwickelt (bitte nach Bundesländern und Jahren aufschlüsseln)?»
Weitere Fragen zielen darauf ab, wie viele Tiere in diesem Zeitraum gefangen oder gejagt wurden, welche Schäden sie angerichtet haben und wie es um die Akzeptanz des Nandus in der Bevölkerung steht.
Klingt amüsant, hat allerdings einen ernsthaften Hintergrund: Die Population am Ratzeburger See in Norddeutschland vermehrt sich rapide. Allein von Frühjahr bis Herbst 2018 stieg die Zahl der erfassten Tiere von 205 auf 566. Bei der jüngsten Zählung im März wurden 362 Nandus gezählt. Sie stammen von einigen Tieren ab, die um die Jahrtausendwende aus einem privaten Gehege bei Lübeck ausgebrochen waren.
Die bis zu 60 Stundenkilometer schnellen Laufvögel haben hierzulande keine natürlichen Feinde. Bauern beklagen, dass sie ihnen die Raps- und Getreidefelder leer fressen und so wirtschaftlichen Schaden anrichten. In diesem Jahr wurden erstmals Nandus geschossen, um die Population zu dezimieren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 16. Juli 2019 13:10 Uhr

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