Weltkriegsbombe am Alexanderplatz entschärft

Weltkriegsbombe am Alexanderplatz entschärft

Eine Weltkriegsbombe sorgte für lange Sperrungen im Herzen der Hauptstadt. Auch der Fernsehturm wurde geräumt. In der Nacht zu Samstag gelang die Entschärfung. Doch es dürfte nicht der letzte Bombenfund sein.

Weltkriegsbombe am Alexanderplatz

© dpa

Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes verladen nach der erfolgreichen Entschärfung einer 100-Kilo-Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg am Alexanderplatz die Bombe in einen LKW des Kampfmittelräumdienstes.

Kleiner Knall statt großer Explosion: Nahe dem Berliner Alexanderplatz ist am frühen Samstag (15. Juni 2019) eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Fachleute entfernten den Zünder der 100-Kilogramm-Bombe und sprengten ihn, Anwohner konnten nach wenigen Stunden wieder zurück in ihre Wohnungen. Verletzte oder Schäden hat es nach Angaben der Einsatzkräfte nicht gegeben.

Straßen gesperrt und öffentlicher Nahverkehr unterbrochen

Rund um den Alexanderplatz hatte der Bombenfund auf einer Baustelle an der Voltaire-/Ecke Dircksenstraße erhebliche Verkehrsprobleme ausgelöst. In dem Sperrkreis von 300 Metern liegen U- und S-Bahn-Linien, die unterbrochen wurden. Auch der Regional- und Fernverkehr der Bahn kam zum Stehen.

Sperrkreis von 300 Metern um das Alexa

Die Bombe war neben dem Kaufhaus Alexa gefunden worden. Die Polizei zog einen Sperrkreis von 300 Metern. In diesem Gebiet leben rund 3000 Menschen, Geschäfte und ein Pflegeheim befinden sich ebenfalls in dem Areal. Sogar die Kugel des Fernsehturms wurde am Freitagabend geräumt.
Die Entschärfung verzögerte sich. Die Polizei meldete nach Mitternacht unerwartete technische Probleme - die dann aber doch schnell behoben werden konnten.

Fernsehturm wurde geräumt

Der Fernsehturm liegt eigentlich außerhalb des Sperrkreises, seine Kugel in 200 Metern Höhe wurde jedoch hinzugenommen. Splitter könnten bei einer Detonation der Bombe bis dorthin fliegen, hieß es zur Erklärung. In der Kugel befindet sich unter anderem ein Restaurant.

45 000 Tonnen Sprengstoff landeten im Zweiten Weltkrieg in Berlin

Berlin war im Zweiten Weltkrieg sehr oft Ziel von Luftangriffen. Bei etwa 380 Bombenangriffen bis 1945 warfen Amerikaner, Briten und Russen nach Schätzung von Historikern mehr als 45 000 Tonnen Sprengstoff auf die Stadt.

4600 Blindgänger schätzungsweise noch vergraben

74 Jahre nach Kriegsende liegen in Berlin nach Schätzung der Innenverwaltung noch etwa 4600 Bombenblindgänger im Boden. Die Zahl wurde erst kürzlich nach oben korrigiert. Bisherige Schätzungen gingen von etwa 3000 Bomben, Granaten und Munitionsresten aus.
Spezialisten des Kriminaltechnischen Instituts beim Landeskriminalamt waren im vergangenen Jahr laut Senat rund 1400 Mal im Einsatz. 2018 wurden demnach 38,7 Tonnen Sprengstoff entschärft.

Kosten für Bombenentschärfung trägt der Eigentümer

In Berlin gibt es nach Angaben der Innenverwaltung keine Pflicht zur Überprüfung von Grundstücken vor dem Bebauen. Die Ordnungsbehörden ermittelten aber auf Anfrage vor geplanten «Bodeneingriffen», ob es eine Gefährdung gibt. Die Kosten für die Bergung eines Munitionsfundes müsse aber der Eigentümer tragen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 17. Juni 2019 08:44 Uhr

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