Zentralrat: Rücktritt beim Jüdischen Museum wichtig

Zentralrat: Rücktritt beim Jüdischen Museum wichtig

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat positiv auf den Rücktritt des Direktors der Stiftung Jüdisches Museum Berlin, Peter Schäfer, reagiert. «Es ist ein wichtiger Schritt, um weiteren Schaden von der Institution abzuwenden», teilte Präsident Andreas Schuster mit.

Jüdisches Museum Berlin

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Das Jüdische Museum in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archivbild

Schäfer hatte am Freitag seinen Rücktritt angeboten. Um das Haus hatte es in den vergangenen Monaten politische Turbulenzen gegeben. Zudem hatte das Museum mit einer Leseempfehlung zu einem israelkritischen Statement über Twitter Empörung ausgelöst.
Darin ging es um Kritik von jüdischen und israelischen Wissenschaftlern an einem Beschluss des Bundestags, in dem die BDS-Bewegung als antisemitisch eingestuft worden war. Diese Bewegung fordert unter anderem ein Ende der israelischen Besatzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens und Ost-Jerusalems, die Israel 1967 erobert hat - und außerdem den Boykott israelischer Waren.
Der Zentralrat hatte auf die Leseempfehlung scharf reagiert: «Das Maß ist voll. Das Jüdische Museum Berlin scheint gänzlich außer Kontrolle geraten zu sein.» Das Jüdische Museum hatte hingegen erklärt, man habe sich nicht gegen den Bundestagsbeschluss positioniert, sondern auf einen Diskussionsbeitrag hingewiesen.
Bis die Nachfolge Schäfers geklärt ist, übernimmt der Geschäftsführende Direktor Martin Michaelis die Leitung des Museums. Am 20. Juni soll es eine Sondersitzung des Stiftungsrats geben.
Schuster sagte, das Museum sei in einer wichtigen Phase der Neuaufstellung. Die Neukonzeption der Dauerausstellung und der Bau der Kinderausstellung müssten zu einem guten Abschluss geführt werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 15. Juni 2019 11:40 Uhr

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