Waldbrände aus der Luft bekämpfen: Technik fehlt

Waldbrände aus der Luft bekämpfen: Technik fehlt

Hitze, Trockenheit, brennende Wälder - immer öfter müssen Feuerwehrleute zu großen Flammenherden ausrücken. Und da sind die Bedingungen oft nicht einfach. Geht es noch besser?

Waldbrände in Brandenburg

© dpa

Ein Hubschrauber der Bundespolizei nimmt in Frankenförde Löschwasser auf. Foto: Christoph Soeder

Berlin (dpa) - Beim Kampf gegen Waldbrände fehlen nach Einschätzung des Deutschen Feuerwehrverbandes leistungsstarke und sofort einsetzbare Transporthubschrauber. «Wir haben keinen schnellen Zugriff auf Hubschrauber, die große Löschwasserbehälter transportieren können», sagte der Vize-Verbandspräsident Hermann Schreck der Deutschen Presse-Agentur. Fliegende Technik sei bei der Bekämpfung großer oder schwer zugänglicher Brände sehr effektiv. «Gerade für Einsatzkräfte in munitionsbelasteten Gebieten wie in Brandenburg ist das auch sicherer.»
Hubschrauber müssen laut dem Verband bei Bundespolizei und Bundeswehr angefordert werden, die Feuerwehren haben keine eigenen. Teilweise stellten Landespolizeien wie in Bayern noch Hubschrauber bereit. Löschwasserbehälter gibt es bis zu einem Fassungsvermögen von 5000 Litern.
Während die Bundespolizei oft helfen könne, sehe es bei der Bundeswehr schlechter aus, sagte Schreck. Deren Hubschrauber, die 5000-Liter-Behälter zum Einsatz bringen können, «sind entweder nicht einsatzklar oder das Gerät ist im Ausland».
Bundesweit machten den Feuerwehrleuten zunehmend naturbedingte Einsätze durch den Klimawandel wie Brände, heftige Gewitter oder Stürme zu schaffen, betonte Schreck. «Und es ist zu befürchten, dass Waldbrände noch zunehmen.»
Am besten wäre eine zentrale Stelle zur Anforderung von Hubschraubern, so Schreck. Das sei eine klassische Aufgabe, um die sich der Bund kümmern könnte. «Wir brauchen einen Partner, den wir anrufen können und wo wir sofort und gleich Hilfe beim Transport unseres Löschgeräts bekommen.» Hier dürfe es zur effektiven Brandbekämpfung keinen Zeitverlust geben. Keiner der Beteiligten sei unwillig. «Aber wir brauchen Verlässlichkeit.»
Im April hatte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums betont, die Bundeswehr helfe nur dann aus, «wenn die zuständigen Hilfskräfte eben nicht mehr in der Lage sind, den Brand zu löschen, beziehungsweise nicht mehr in der Lage sind, genug Material und Personal an den Punkt zu bekommen, wo sie es brauchen».
Der Feuerwehrverband ist die Interessenvertretung von knapp 32 000 Berufsfeuerwehrleuten und rund einer Million Menschen in Freiwilligen Feuerwehren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 8. Juni 2019 09:50 Uhr

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